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Jun. 21st, 2013

Denkzettel KW 25 Ach du liebe Zeit!

Viele Autoren und auch Nichtautoren kennen dieses Szenario ganz bestimmt:
Man sitzt am Computer und lässt den Blick über den Schreibtisch schweifen und schaut ganz schnell wieder weg. Das Chaos möchte man gar nicht ansehen! Aber in der restlichen Wohnung sieht es auch nicht besser aus. Der Zustand ruft einem energisch zu, man solle aufräumen. Aber das ist sooo viel! Man weiß ja, dass man schon früher hätte aufräumen sollen. Aber jetzt hat das doch auch keinen Sinn mehr! Man hat ja auch noch so viel anderes zu tun!

Erraten, lieber Leser, das ist der Zustand, in dem sich meine Wohnung aktuell auch befindet. Man möchte so keinen spontanen Besuch zulassen, der würde vermutlich freiwillig wieder gehen.
Aber während ich gerade wieder nach Ausflüchten suchte, um nicht jetzt aufräumen zu müssen, fiel mir auf, dass das eine Verhaltensweise ist, die nicht nur beim Aufräumen greift. Wie oft kommen wir nicht aus dem Quark, wenn eigentlich etwas Wichtiges anstünde, oder wie oft ärgern wir uns, weil wir einen unvorhergesehen frei gewordenen Tag mit Aufräumen oder sonstigen aufgeschobenen Tätigkeiten verbracht haben. Hätten wir das zwei Tage vorher gemacht, hätten wir jetzt einen wirklich freien Tag.
Sachen aufgeschoben, hat jeder schon mal. Und sich vor Arbeiten gedrückt, weil sie einem als zu schwierig oder zu viel erschienen, auch.

Aber Moment mal! Das Chaos auf meinem Schreibtisch ist auch nicht von einem Tag auf den anderen da gewesen, so massiv wirken die Chaoskraftfelder hier in der Wohnung auch nicht! Da sind viele kleine nicht aufgeräumte Sachen zusammengekommen.
Ich werfe noch einmal einen Blick auf den Schreibtisch und stelle fest, dass eine ganze Menge Platz einfach nur von leeren Flaschen blockiert wird. Die könnte ich sogar alle auf einmal in die Küche bringen, wo ich meine Pfandflaschen sammle. Fangen wir doch einmal damit an. Überraschung! Der Tisch sieht jetzt schon nicht mehr so total überfüllt aus.
Was fliegt noch rum, was schnell geht? Die Bonbonpapiere, die ich nicht in den Müll geworfen habe, halten auch nicht lange auf. Machen wir das als nächstes. Erstaunlich, es sieht leerer aus als vorher, obwohl es ja nur ein paar Papierchen waren.
Auf diese Weise runtergebrochen ist der Schreibtisch rasch entrümpelt und ich kann mit der Wohnung weitermachen.
Was ich damit sagen möchte? Na ganz einfach: Wenn der innere Schweinehund wieder einmal schreit: "Aber das schaff ich doch niemals alles auf einmal!", dann antwortet ihm: "Es hat doch auch niemand gesagt, dass du alles auf einmal machen musst!"
Mit ein paar kleinen, sicher zu schaffenden Dingen angefangen, bringt häufig schon den obersten Gegner des Schweinhunds zurück: Die Motivation.
Und schon braucht man deutlich weniger Zeit, als man dachte und das Argument "Das schaff ich nicht mehr" ist nicht mehr gültig.
Das gilt natürlich nicht nur fürs Aufräumen. Bei einem Berg auszufüllender Papiere, füllt man erst mal das aus, bei dem man weiß, dass man es hinkriegt. Bei der Gartenarbeit fängt man zum Beispiel mit dem Umtopfen von einigen Blumen an, oder jätet zunächst einmal das kleinste Beet. Und beim Lernen nimmt man sich den Stoff vor, den man am besten kann.
Auf die Weise werde ich heute Aufräumen, Lernen und Schreiben unter einen Hut bekommen, ohne abends zusammenbrechen zu müssen.

So, mein Wort zum Wochenende: Zeit und Schweinehund können sich fies gegen einen verbünden, aber nur wenn man sich von ihnen austricksen lässt!  Mit der richtigen Technik kann man aber über sie lachen. Und wer zuletzt lacht, lacht am besten!

Jun. 15th, 2013

Denkzettel Kw 24 Frauen und Männer oder: Olle Kamellen neu aufgelegt

Es ist irgendwie passend, dass das Thema, das der heutige Denkzettel behandeln soll, gerade so gut in die Zeit passt. Vor genau 100 Jahren, am 8. Juni 1913 kam die Suffragette Emily Davison ums Leben. Ich linke hier mal zu einem Blogartikel, der diesen Fall eingehend erläutert. http://the-gaiety-girl.blogspot.de/2013/06/emily-davison-taten-keine-worte.html
Aber nicht deshalb habe ich dieses Thema gewählt, sondern weil ich gerade einige Dinge in diese Richtung gelesen und gehört habe und darüber nachdenken musste.
Einige werden jetzt vielleicht stöhnen, dass sie diesen Gleichberechtigungsmist nicht mehr hören können und wir doch rechtlich längstens gleichgestellt sind.
Das habe ich auch nicht bestritten. Aber wirklich gleichgestellt sind Männer und Frauen oder Jungs und Mädchen nicht.
Sonst hätten wir in ungefähr allen Berufen einen 50:50 Anteil von Frauen und Männern und wer sich wie verhält würde nicht von Regeln, sondern vom jeweiligen Geschmack des Einzelnen abhängen.

Die so genannte Emanzipation hat daran wenig geändert, außer dass sie einen Teil der Zwänge verändert hat.

Hierzu drei kleine Szenen, die ich selbst erlebt bzw. aus erster Hand berichtet bekommen habe:

In meinem Schwertkampftraining geht es um so genannte Meisterhaue und die Tatsache, dass diese kaum abzuwehren sind. Und einer der Jungs meint dann: "Ich kann einen Meisterhau halten!" Mein Fechtlehrer warnt ihn. Antwort: "Ich bin ein Mann! Ich kann das halten!" Ergebnis des Ganzen: das Übungsschwert des Großmauls bricht. Und das, obwohl mein Lehrer halb so groß und körperlich deutlich schwächer ist.

Ich komme zum Schwertkampftraining und einer der Jungs meint: "Du hast gestern ne tolle Partie Bruchenball verpasst!" Ich: "Was soll denn das sein?" Antwort: "Die männlichste Sportart überhaupt!" Mehr kriege ich nicht aus ihm heraus. Als ich google, erfahre ich das hier: http://www.spielewiki.org/wiki/Bruchenball

Meine Mutter erwähnt gegenüber einer Bekannten, dass ich gerne reite. Ziemlich abfälliger Kommentar dieser Bekannten: "Ach ja, die Mädels und ihre Pferde..." Als beim nächsten Treffen zur Sprache kommt, dass ich etliche Jahre (8,5 um genau zu sein) Karate gemacht habe, ist der Kommentar: "Das finde ich aber ganz schön mutig für ein Mädchen!" Der Tonfall legt aber nahe: "Das ist aber ganz schön unpassend!"


Schlussfolgerungen daraus: Sich zu verkloppen und sich dabei sogar selbst in Gefahr zu bringen, ist männlich. Eine Frau soll das bitte hübsch bleiben lassen, sich aber auf der anderen Seite auch nicht zu weiblich verhalten, wenn sie ernst genommen werden will.
Ja verdammt noch mal, was darf ich denn? Reiten soll ich nicht, weil es zu mädchenhaft ist, Karate machen und fechten soll ich nicht, weil es zu unweiblich ist. Und wenn mir aber beides Spaß macht?

Fazit: Wenn man seiner Geschlechterrolle folgt, ist es nicht gut, weil man ja bitteschön emanzipiert zu sein hat, oder sich als Mann damit abzufinden hat, dass die alten Rollen passé sind, aber verstößt man dagegen, ist das auch wieder falsch.

Und wenn ich nun einen Bogen zur Schreiberei schlage: Es gibt zwei Arten von Frauen (vor allem, Männer werden meistens irgendwie differenzierter dargestellt...) die mir da sauer aufstoßen. Zum einen der Typ der gefühllosen, schwertschwingenden Amazone, die stärker ist, als jeder Mann und sowieso nie an sich zweifelt. Und zum anderen, der vor allem in den YA-Büchern aufgekommene Trend des Weibchens, das in Ohnmacht fällt und gerettet werden muss, wenn sie in brenzlige Situationen gerät.
Beides ist so eindimensional, dass es mich nervt. Und außerdem fühle ich mich als Frau davon nicht ernst genommen.
Auch wenn ich mich kloppe, habe ich GEfühle!
Und auch wenn ich mich weiblich verhalte, kann ich stark sein, wenn es darauf ankommt!

So, das war mein Denkzettel zum Samstag!

Jun. 13th, 2013

2 x 11 Fragen

Da mich Sabrina Siltala http://heavens-exit-door.blogspot.de getaggt hat, hier die 11 Fragen und Regeln:
Edit: Alessandra Reß hat mich auch getaggt, da zwei BEiträge blöd wären, findet ihr die Antworten auch hier.

Als Dankeschön den Tagger verlinken (check)
11 Fragen vom Tagger beantworten (check)
Sich selbst 11 Fragen ausdenken (check, siehe unten)
5 Blogger taggen, die unter 200 Follower haben und es ihnen mitteilen: Äääh, da ich keine Ahnung habe, wer von denen, die ich kenne, auf das hier passt, stelle ich jetzt einfach den Lesern frei, festzustellen, dass sie darauf passen

1. Ein Künstler (egal welcher Art, egal ob noch am Leben oder tot), mit dem du dich gerne mal unterhalten würdest?
Äääh, muss das wirklich genau einer sein? Ich hätte da ein paar. Naaaaaaa gut: Manda Scott, die Autorin der Boudica-Reihe. Ich würde gar zu gerne wissen, wie sie so tief in ihre Geschichte eintauchen konnte.

2. Wenn du von heute auf morgen eine Sprache fließend sprechen könntest, welche würdest du auswählen?
Uh, ich würde sagen, Spanisch, das würde mir deutlich mehr Möglichkeiten beim Auslandssemester eröffnen.

3. Was ist deine größte Inspirationsquelle?
Musik, eindeutig

4. Wie viel von dir selbst lässt du in deine Romane einfließen?
Das kann ich nicht sagen, ich mache das nicht bewusst. Das kommt ganz darauf an, wie ähnlich mir die Protas sind und das variiert.

5. Gibt es Motive, die sich in jedem deiner Werke wiederfinden?
Hmm, ich habe immer eine weibliche Prota. Und meistens hat irgendwer irgendwo einen Mutter-Tochter-Konflikt, aber sonst eigentlich nein...

6. Würdest du Dinge an deinen Romanen ändern, nur um damit Geld verdienen zu können? Also z.B. ein homosexuelles Pärchen hetero machen?
Jein, es variiert. Es gibt Dinge, die ich ändern würde, aber nicht, wenn es bedeutet, dass meine geplante Grundaussage dahin ist!

7. Was war der erste Roman in deinem Genre, der dir zwischen die Finger geraten ist?
Uh, ich glaube Harry Potter, an die Kinderbücher kann ich mich nicht so recht erinnern.

8. Welche Bücher/Autoren haben dich beeinflusst/beeinflussen dich?
Hmmm, schwer. Tolkien vermutlich schon, er war es, der in mir den Wunsch geweckt hat, Fantasy zu schreiben. Ansonsten... Ich würde gerne eine derart bildgewaltige Sprache an den Tag legen können, wie Catherynne Valente, ich würde gern Figuren erschaffen köpnnen, wie Manda Scott, aber ob sie mich jetzt direkt beeinflussen, ich weiß nicht... Ich lese viel unterschiedliches und ich könnte mir vorstellen, dass ich schon manchmal unbewusst Versatzstücke übernehme.

9. Würdest du für deinen Partner mit dem Schreiben aufhören?
Ganz entschiedenes NEIN! Niemals! Ich würde für meinen Partner überhaupt kein Hobby aufgeben, entweder er nimmt mich, wie ich bin, samt aller Hobbies, oder er lässt das! Über einzelne Tage kann man sich unterhalten, aber ganz, niemals!

10. Literarische No-Go's?
Flache, stereotype Charas, schlecht verpackte Moralkeule und eine Geschichte, die von Quoten dominiert wird. Und natürlich Plagiate!

11. Ein Sujet, das du gerne mal in einen Roman einfließen lassen würdest?
Hmmmm, ist es zu vage, wenn ich "Menschliche Abgründe" nenne? Etwas Direktes fällt mir jetzt nicht ein.

Die Fragen von Alessandra:
1. Um mal ganz klassisch anzufangen - was liest du gerade und wie gefällt dir, was du liest?
Sieht man von meinen wissenschaftlichen Texten, die meine Unilektüre darstellen, ab, krebse ich gerade durch "A Storm of Swords" von  G.R.R. Martin. Ich bewundere seine Fähigkeit für megakomplizierte Plots, aber es gefällt mir gerade gar nicht, was er meiner Lieblingsfigur angetan hat!
2. Gibt es eine nicht von dir selbst erfundene Figur, mit der du dich identifzieren kannst?
Jup, Romilly aus "Herrin der Falken" von Marion Zimmer-Bradley. Genau wie ich unheimlich tierlieb und schert sich keinen Deut darum, ob das, was sie tut, nun gerade für ihr Ansehen gut ist, oder nicht, wenn sie einen Sinn darin sieht.
3. Gibt es eine von dir erfundene Figur, die du besonders magst?
Das ist fies, man fragt eine Mutter doch auch nicht nach ihrem Lieblingskind! Müsste ich mich aktuell entscheiden, würde es auf einen harten Kampf zwischen der Gauklerin Fiorenza und der Kriegerin Hedda herauslaufen. Ich liebe Fiorenza für ihre klare Sicht auf die Welt und ihre Art und Weise, alle fröhlich zu machen. Und ich wäre gerne so stark und ehrlich wie Hedda, das gebe ich offen zu.
4. Und noch was zu Figuren - hast du schon mal eine Hauptfigur völlig unsympathisch gefunden?
Eine eigene? Nö, sonst könnte ich nicht über sie schreiben. Oder eine Fremde? Da wäre Alin aus "Tochter des Hirschclans" zu nennen, dieses Gör ist mir doch zu arrogant, auch wenn ich die Geschichte an sich mag.
5. Gibt es einen Roman oder Autor, der dich besonders geprägt hat?
"Der siebte Schwan" von Lilach Mer hat mir gezeigt, dass Geschichten, die sehr ruhig verlaufen, durchaus trotzdem eine große Intensität und Spannung entwickeln können. Momentan bewege ich mich in einem ähnlichen Genre und das macht mir riesigen Spaß. Ansonsten müsste ich Tolkien nennen. Nach der Lektüre von "Herr der Ringe" habe ich meinen ersten Fantasy-Roman begonnen.
6. Gibt es ein Computerspiel oder einen Film, zu dem du gerne (weiterführende) Romane lesen oder schreiben würdest?
Hmm, nein, mir fällt gerade weder das eine, noch das andere ein.
7. Gibt es ein mediales/literarisches Klischee, mit dem du gerne brechen würdest? Wenn ja, welches?
Gibt es wirklich noch ein Klischee, das noch nicht gebrochen wurde? Was ich gerne mal schreiben würde, wäre ein Roman in dem das Happy End nur für das große Ganze eines ist, nicht für den Helden oder so.
8. In welcher irdischen Stadt würdest du gerne mal einen Roman spielen lassen?
Öhm, ich habs nicht so mit Urban Fantasy, von daher würde mir jetzt keine einfallen. Schon gar keine Stadt. Kleine, verträumte Orte vielleicht. aber Städte sind nicht so meines.
9. Wenn du dich selbst in einen Roman reinschreiben würdest - welches Genre hätte der Roman und falls es ein Fantasyroman wäre, welchem Volk würdest du angehören?
Nicht, dass ich das jemals beabsichtigen würde, aber der Roman wäre höchst vermutlich Fantasy. Ich wäre aber wahrscheinlich trotzdem ein stinknormaler Mensch. Meine Romane haben normal keine besondere Völkervielfalt.
10. Hast du schon einmal eine Figur konzipiert und dabei einen bestimmten Schauspieler oder anderen Promi im Kopf gehabt?
Nein. Manchmal stelle ich später fest, dass ein Promi auf die Figur passt, vom Aussehen her, oder ich höre einen Sänger und erkenne die Stimme einer Figur, aber von vorneherein eientlich nicht.
11. Welchen Roman würdest du gerne illustrieren (unabhängig davon, ob du dich in dieser Hinsicht für begabt hältst; nehmen wir einfach an, du wärst es ;))?
"Der siebte Schwan" von Lilach Mer, ich habe dazu sooo schöne Bilder im Kopf!


Sooo, meine 11 Fragen an euch.

1. Kannst du sagen, warum du schreibst?
2.Gibt es bestimmte Rituale, die du brauchst, um schreiben zu können?
3. Was tust du bei Schreibblockaden?
4. Was könnte dich dazu bringen, das Schreiben dranzugeben?
5. Hast du außer dem Schreiben noch kreative Hobbies?
6. Kontrastprogramm zum Schreiben, wie sieht das aus?
7. Hast du eine real existierende Muse?
8. Musik beim Schreiben an oder aus?
9. Inwieweit bist du bereit, dich für den Erfolg zu verbiegen?
10. Protas eher männlich, oder eher weiblich?
11. Schreibst du regelmäßig oder phasenweise?

Umstrukturierung, Tagerklärung und mehr

Jaja, mich hat der Umräumwahn! Nein, eigentlich habe ich mich nur entschlossen, über mehr zu bloggen, als nur meine Schreiberei, mag mir aber dafür kein zweites Blog zulegen, weil ich genau weiß, dass eins brachliegen wird, wenn ich zwei habe. Ich kenne mich gut genug.

Was habe ich nun vor?

Zum einen will ich ein paar neue Tags einführen und zum anderen habe ich vor, den Denkzettel einzuführen. Nein, nicht den im Sinne von "Der/die kriegt auch noch einen Denkzettel", sondern einen nach Möglichkeit wöchentlichen Post über Dinge, über die ich gerade so nachdenke. Ungefähr sowas wie das "Wort zum Sonntag", nur dass ich es nicht zu einem bestimmten Tag tue und schon gar nicht im Dienste einer Religion, sondern einfach so einmal die Woche.

So, jetzt dann mal zur Tagerklärung, erst mal die bereits länger vorhandenen:

Autorenleben: Eigentlich selbsterklärend. Alle Dinge, die in meinem Leben passieren und irgendwie mit der Schreiberei zusammenhängen, ohne sie selbst zu sein. Das können so banale Dinge wie Zeitmanagement oder das Unverständnis meiner Umgebung sein, es können aber auch irgendwelche, aus meiner bescheidenen Lebenserfahrung kommende Weisheiten sein, die irgendwie im Zusammenhang mit meinem Dasein als Autorin stehen.

Fazit: Wird eigentlich nur einmal im Jahr genutzt, wenn ich Bilanz ziehe. Sollte das in nächster Zeit öfter vorkommen, natürlich dann auch öfter.

Friends only: Wer Posts mit diesem Tag lesen kann, gehört hier schon zur Elite und ist ein Livejournal-Freund von mir. Das sind in dem Fall dann einfach Beiträge, die ich nicht vor der breiten Öffentlichkeit des WWW zur Schau stellen möchte.

Gedankensplitter: Für alles, was so durch meinen hyperaktiven Kopf schießt. Bisher noch nicht oft genutzt, aber manchmal hat man geistige Ergüsse, die nirgends anders Platz finden. Hier dann schon.

Meine Kopfbewohner: Man kann es sich denken, hier geht es ganz um meine Protas und sonstige Charaktere, die mir so im Schädel herumspuken. Einblicke in die schräge WG meines Oberstübchens werden hier geliefert.

Meme: Ja, auch ich mache manchmal so sinnlose Dinge, wie Memes, oder Stöckchen, die ich aus anderen Blogs auffange. Diese versammeln sich hier.

Monstrositäten der normalen Welt: Auch fernab des Schreibens und des Lebens als Autor kann die Welt bisweilen bizarre Formen annehmen. Wenn ich darüber blogge, findet sich das hier.

Projekt 2012: Das war der Versuch, über ein Projekt zu bloggen, der ziemlich in die Hosen ging, aber zur Erinnerung bleibt dieser Tag.

Rezis: Bisher noch sehr dünn, aber hier werden Buchrenzensionen ihren Platz finden. Ich rezensiere allerdings weder regelmäßig, noch professionell. Nur, wenn mir ein Buch besonders auffällt, egal, ob positiv, oder negativ, findet man das hier.

Schreiberei: Noch ein selbsterklärender Tag. Hier geht es um alles, was ich zum und über das SChreiben blogge.

Selbstversuch: Hin und wieder erlebt der Schreiberling Dinge, die für andere Autoren vielleicht interessant sein könnten. Ergebnisse solcher hochwissenschaftlicher Versuche finden sich hier.

Tippgeschwindigkeit: Da ich hin und wieder, wenn auch sehr selten einmal meine Tippgeschwindigkeit überprüfe, hier auch noch einen Tag für.

So und nun die Neuen!

Denkzettel: Wie schon erklärt. Das hier ist ein wöchentlicher Post, in dem ich über Dinge poste, die mich aktuell beschäftigen.

Allgemein: Hier geht es um alles, was sonst keinen Platz hat.

Hobbies: Ich pflege neben dem Schreiben noch andere Hobbies: Blogge ich darüber, findet sich das hier!

Jun. 6th, 2013

Öfter mal was Neues

Das hab ich mir auch gedacht und ein Experiment gestartet, bei dem ich euch einladen möchte, mitzumachen.
Es geht folgendermaßen:

1. Nimm dir ein paar Blätter und einen Stift und platziere das neben deinem Bett.
2. Jede Nacht direkt vor dem Ausschalten des Lichts schreibst du einen Satz an der Geschichte weiter. WICHTIG: Es darf nur ein einziger Satz sein und dieser Satz muss das Letzte sein, was du vor dem Löschen des Lichts tust.
3. Schreibe jeden Tag einen Satz
4. Tagsüber schaust du dir die Geschichte nicht an! Garniemalsnienicht!
5. Wenn die Blätter voll sind, nimmst du sie her und liest dir im wachen Zustand durch, was du über die letzten Wochen/Monate fabriziert hast.
Im günstigsten Fall hat man einen Text mit dem man arbeiten kann, im schlimmsten Fall war es halt ein fehlgeschlagenes Experiment.
Und einen Satz kriegt man auch todmüde noch hin.

Ich hab das selbst erst erfunden, ich weiß also nicht, was da rauskommt, aber warum nicht mal was probieren?

May. 5th, 2013

Wenn die Muse Amok läuft...

... steht der Autor da und schwankt zwischen Begeisterung und Verzweiflung.
Einerseits ist es natürlich toll, wenn die Muse aus vollem Rohr feuert. Vor allem wenn sie einem aus heiterem Himmel Plots beschert, zu Ideen, mit denen man schon seit Jahren schwanger geht.
Andererseits jedoch kann man nicht alles auf einmal schreiben und das Arbeiten an einem Projekt wird erschwert, wenn einem ständig andere Gedanken kommen und man, wie man es als pflichtbewusster Autor eben tut, immer wieder das Notizbuch zücken und neue Ideen notieren muss.

Wenn ich schon darüber jammere, kann man sich denken, was mir gerade passiert...
Und da meine Protas misstrauisch sind, gibt es jetzt eine öffentliche ToDo-List

Schreiben:
"Lerche und Krähe" fertigschreiben
"Kind der Türen" läuft nebenher, soll aber irgendwann auch fertig werden
"Drachenzorn" nach "Lerche und Krähe" beenden
"Spielmannsfluch" nach "Drachenzorn" anfangen und möglichst schnell beenden (möglicherweise NaNo 13)
"Innocence lost" (neues Projekt) kommt danach

Und weil ich mit Schreiben alleine nicht ausgelastet bin *hysterisches Lachen*, kommt hier auch noch die Liste fürs

Überarbeiten:

"Nachtigall und Falke" bis Ende Mai

May. 3rd, 2013

50 random facts about me

Ich bin zu müde zum Schreiben, aber zu wach zum SChlafen, also gibt es einen sinnlosen Blogeintrag zur Feier des Tages. 50 Dinge über mich.

1. Ich bin ein Musik-Junkie, mein MP3-Player wächst irgendwann noch an mir an.
2. Mit den Instrumenten habe ich es aber nicht so. Ich versuche gerade, mir selber Gitarre und Tin Whistle beizubringen und scheitere dauerhaft an meiner mangelnden Motivation.
3. Mir kommen an den seltsamsten Orten Ideen für meine Geschichten, so wie heute auf dem Klo.
4. Meine Lieblingsblumen sind Orchideen.
5. Ich bin das wandelnde Chaos, gib mir einen Tisch für eine Viertelstunde und er ist völlig zugemüllt.
6. Ich bin eine leidenschaftliche Tierliebhaberin, aber bei Stechmücken hört meine Tierliebe auf, die macht mich aggressiv.
7. Wenn wir schon beim aggressiv machen sind: Ich hasse es, wenn Autofahrer ihre Musik dermaßen aufdrehen, dass ich als Fußgänger ein Erdbeben spüre.
8. Ohne Musik Auto fahren ist für mich aber ein absolutes No-Go
9. Meine Lieblingsfarbe ist Blau
10. Ich liebe Filme, die die meisten wahrscheinlich als langweilig empfinden (Tierdokus z.B.)
11. Ich stehe auf Postkarten, vor allem welche, die tolle Sprüche drauf haben.
12. Ich habe teilweise ein fürchterliches Schandmaul und ärgere die Leute auch damit.
13. Ich bin absolut unemotional, wenn mir wirklich die Tränen kommen, ist etwas gewaltig scheiße.
14. Ich verweigere Alkohol komplett, nicht wegen des Alkohols, sondern weil alles, was Alkohol enthält, mir absolut nicht schmeckt.
15. Selbes Spiel mit Kaffee, den finde ich einfach nur ekelhaft
16. Dafür bin ich schon fast Schwarztee- und Chai-abhängig
17. Lieder in Sprachen, die ich beherrsche, müssen auch einen sinnvollen Text haben, sonst mag ich sie nicht hören, da bin ich ganz eigen.
18. Ich höre ziemlich ungern reine Instrumental-Musik
19. Ich bin fürchterlich unmusikalisch, mein Gesang ist eine Zumutung, aber das hält mich nicht davon ab, vor allem beim Autofahren lautstark vor mich hinzuträllern.
20. Ich bin ein Süßmaul, keine Schoki im Haus geht gar nicht.
21. Ich bin eine Nachteule, vor zehn Uhr morgens ist für mich alles noch Nacht.
22. Mir sind Atmosphäre und die Entwicklung des Helden in Romanen viel wichtiger, als die Action.
23. Ich muss mich bei MP3-Musik genau so disziplinieren, wie bei Büchern, sonst gebe ich viel zu viel Geld aus.
24. In meinen Augen fehlt einem Zimmer ohne Bücherregale etwas.
25. Wenn ich von Hand schreibe, muss man mir einen Füller geben, sonst kann man nicht mehr lesen, was ich da krakle.
26. Ich kann nie etwas fertig schreiben, ohne nicht wenigstens zwei neue Ideen zu haben
27. Pippi Langstrumpf war die Heldin meiner Kindheit zusammen mit Bibi Blocksberg.
28. Mein langjährigstes Lieblingsbuch war "Ich ritt ein Pferd so weiß wie eine Wolke", das Buch steht jetzt noch in meinem Bücherregal und ich mag es immer noch.
29. Bei dem aktuellen Lieblingsbuch müssen sich "Boudica" von Manda Scott und "Der siebte Schwan" von Lilach Mer einen Platz teilen, weil ich mich nicht entscheiden könnte.
30. Ich liebe Mittelaltermärkte.
31. Ich würde liebend gerne einmal LARP ausprobieren, aber ich traue mich nicht alleine.
32. Ich kann eine absolute Motorquassel sein, aber vor allem wenn mir die Leute unsympathisch sind, sage ich kaum etwas.
33. Die Meinungen über mich gehen extrem auseinander.
34. Ich stehe auf langes Haar bei beiden Geschlechtern.
35. Wenn wir schon beim langen Haar sind, ich ergreife die Flucht, wenn ein Friseur in meiner Nähe auftaucht.
36. Ich bin jemand, der 2/3 aller Dinge auf den absolut letzten Drücker erledigt
37. Ich bin wahlweise überpünktlich, oder zu spät. Ganz normale Pünktlichkeit bringe ich nicht hin.
38. Ich sehe fast nie fern und hätte keinen Fernseher, wenn nicht zufällig in meiner Wohnung schon einer vorhanden gewesen wäre.
39. Ich koche nicht besonders gern.
40. Ich habe viel zu viele Charaktere in Internetrollenspielen und kann es doch nicht verhindern, dass es irgendwie immer mehr werden.
41. Ich habe irgendwie kein Glück mit Elektrogeräten und habe im Laufe der Zeit schon etliche Mp3-Player verschlissen und mein letzter Laptop verstarb einen Monat nach Ablauf der Garantie...
42. Ich liebe Kampfsport und gucke da auch ganz gern zu.
43. Dafür hasse ich Joggen und Schwimmen
44. Geräteturnen sollte man mich zu meiner eigenen Sicherheit nicht machen lassen, ich bin tollpatschig ohne Ende und habe ein Talent für spektakuläre Stürze.
45. Ich verletze mich selten, aber wenn, dann auch so, dass es richtig weh tut.
46. Meine schmerzhafteste Verletzung bisher ist wieder sowas, wo sich zwei Sachen den ersten Platz teilen. Einmal ist mir das Knie bei einer nicht bemerkten Bänderdehnung nach hinten weggenickt und ich habe da gerade schwer getragen, bin nach vorne gefallen und habe mir die Kniescheibe zwischen Ober- und Unterschenkelknochen gequetscht und es war so eklig, wie es klingt. Das andere Mal habe ich mir ein Knietablett für den Laptop so bescheuert mit der Kante auf den großen Zeh fallen lassen, dass es genau die Nagelwurzel erwischt hat. Beides waren Fälle, wo ich die ganze Nacht vor Schmerzen nicht schlafen konnte.
47. Ich bin eigentlich eine faule Socke, aber ich liebe schwere, körperliche Arbeit.
48. Ich stehe auf schwarzen Humor.
49. Ich habe häufig Nackenverspannungen, aber ich lerne daraus einfach nicht, mich besser hinzusetzen...
50. Ich kriege jetzt schon graue Haare... Mit 22...
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Apr. 30th, 2013

Von Künstlern und ihren Ängsten

Wer jetzt stöhnt und die Flucht ergreifen möchte, der tue das bitte, denn diese Person hat Recht mit ihrer Annahme, dass ich meinen Philosophischen habe (Wie in letzter Zeit öfters, das bedingt sich wohl auch aus meinem Studium).
Aber gerade im Moment sind es keine irgendwie gearteten gesellschaftskritischen Ansätze und auch keinerlei studiumszugehörige Dinge, die mich nachdenklich stimmen, sondern der Film, den ich eben gesehen habe.
Letzten Endes ist die Handlung unwichtig, es geht mir nur um eine kleine Szene daraus: Eine Sängerin bittet eine alte Frau, die selbst einmal Sängerin war, ihr ein Lied vorzusingen, das sie schon seit Langem sucht.
Die alte Frau lehnt jedoch zunächst schroff ab. Begründung: "Das hab' ich alles vergessen!"
Die Sängerin lässt sich jedoch nicht abwimmeln und sagt, dass ihre Großmutter, die auch Sängerin war, immer gesagt hat, dass eine Sängerin ihre Lieder nicht vergessen könne und wenn, dann kämen sie beim Singen wieder.
Und tatsächlich erinnert sich die alte Frau wieder an das Lied.

Das Ganze hätte mich wahrscheinlich nicht ganz so nachdenklich gemacht, da der Film komplett auf Mongolisch war und ich nur über Untertitel verstanden habe, was gesprochen wird und dabei nicht alles übersetzt wird, hätte ich nicht anschließend noch ein Interview mit den Schauspielern gesehen, in dem die Darstellerin Deutsch sprach und davon berichtet hat, dass die alte Frau unter anderem auch gesagt hat: "Ich bin zu alt zum Singen."

Und das stimmte mich ein wenig nachdenklich. Ich nehme der Sängerin, nennen wir das Kind beim Namen, sie heißt Urna, die Worte ihrer Großmutter unbesehen ab. Ich merke es an mir selbst. Ich bin nun wirklich nicht das, was man musikalisch nennt, um einmal die Tugend des Understatements heranzuziehen. Aber selbst ich erkenne nach wenigen Tönen ein Lied wieder, das ich einmal gehört habe. Und die meisten Lieder, die in Sprachen sind, die ich beherrsche, kann ich nach ein paar Mal Hören auch nach längerer Zeit noch wiedergeben, mindestens den Text (Melodie habe ich meistens im Kopf, aber meine Sangeskunst hält sich sehr in Grenzen). Dass also eine Sängerin wirklich ihre Lieder komplett vergisst, so wie es diese alte Frau behauptete, ist in meinen Augen nicht sehr wahrscheinlich.
Aber wenn man bedenkt, dass sie außerdem sagte "Ich bin zu alt, zum Singen!", macht das Ganze wieder Sinn. Eine Sängerin definiert sich ebenso sehr über ihre Stimme, wie ein Schreiberling über seinen Stil. Und damit ist in meinen Augen ziemlich klar, was passiert ist. Das Alter hat sich eingemischt, der Frau das Singen schwer gemacht und vor allem eben ihre Stimme, über die sie sich so definiert hat, verändert. Für die einstige Sängerin war das ein herber Verlust, wenn meine Stimme nur Mittel zum Zweck ist, dann sind Alterserscheinungen halb so wild, wenn meine Stimme aber das ist, mit dem ich mich ausdrücke und letzten Endes irgendwo auch, was ich bin, ist das etwas ganz anderes. Es war deshalb, so glaube ich, leichter für sie, sich einzureden, dass sie alle Lieder vergessen hat. Vergesslich werden wir im Alter alle irgendwie irgendwann. Das ist kein persönlicher Verlust. Sich einzugestehen, dass man im Kopf noch singen kann, aber die Stimme nicht mehr mitmacht, ist ein persönlicher Verlust und ich denke, davor, bzw. vor der Erkenntnis dessen hatte die Frau Angst.

So, warum schreibe ich das jetzt in einem Blog, in dem es um das Schreiben gehen soll? Weil ich glaube, dass wir Schreiberlinge uns nur allzu oft mit Anlauf gegen die selbe Wand werfen.
Wir erschrecken vor unserer eigenen Courage und haben Angst, damit aber einen Teil unseres alten Selbst zu verlieren, einen Teil, den es vermutlisch schon gar nicht mehr gibt.
Wie oft ist es euch schon passiert: Ihr hattet eine tolle Idee für ein neues Projekt. Aber das war in einem Genre, das ihr noch nie bedient habt, oder hatte sonst eine Neuerung, die ihr noch nie so hattet. Die Motivation ist da, man beginnt das Projekt und rumms, da war die Wand.
Gegen Selbige bin ich auch geknallt und zwar gefühlt mit Lichtgeschwindigkeit.
Nein, keine Schreibblockade im Sinne von Ladehemmungen oder "Nichts zu Papier kriegen, obwohl man doch eigentlich weiß, was man schreiben will" und auch kein Aufgrundlaufen, weil der Plot ausgegangen ist, oder die Charas davongelaufen sind. Nichts dergleichen.
Es ist ein Gefühl, wie wenn bei einem Film die Pausetaste gedrückt wird, es hält einfach alles mitten in der Bewegung inne. Man weiß, dass tolle Bilder danach kommen, aber es geht im Moment nicht weiter. Und wenn nicht wieder auf Play gedrückt wird, wird es auch nicht mehr weitergehen.
Was ist passiert? Ganz einfach: Klassischer Fall von Angst vor der eigenen Courage gekriegt, ohne es zunächst zu merken.
Ich schreibe im aktuellen Projekt aus der Sicht eines Kindes und später einer jungen Frau, die immer tiefer in menschliche Abgründe gerät. Noch hat diese Figur einen Halt, deshalb war es mir auch möglich, bereits Misshandlungen über sie ergehen zu lassen. Aber genau dieser Halt wird jetzt demnächst wegbrechen und auch ihr Gegenpart verlässt allmählich die Friede-Freude-Eierkuchen-Welt in der sie bisher gelebt hat und lernt den Ernst des Lebens kennen. Und da kommt die Angst vor der eigenen Courage: Zum einen: Schaffe ich es emotional überhaupt, eine solche Figur zu schreiben, ohne mich selbst damit fertig zu machen? Und zum anderen eben auch irgendwo: Kann man das noch schreiben? Und irgendwie auch: Warum schreibe ich nicht die harmlosen Sachen von früher.
Man kann und ich werde die Überzeugungsarbeit bei mir selbst wohl auch innerhalb der nächsten Tage leisten können, jetzt wo ich begriffen habe, wo es eigentlich hakt.
Aber es ist interessant, auf welche Umwege man manchmal auf die Lösungen stößt.
Jedenfalls, sollte es in der nächsten Zeit bei euch haken und der Plot sitzt und ist ohne Ungereimtheiten und es ist auch keine richtige Wortlosigkeit, sondern eher ein Freeze-Zustand, dann überlegt euch einmal, ob da vielleicht nicht die Angst vor der eigenen Courage (übrigens ein hinterhältiges Biest, diese Angst) ihre Finger im Spiel hat. Vielleicht habt ihr ja auch irgendwelches Neuland beschritten und klammert euch aber noch unbewusst an alten, schon verlorenen Dingen fest und deshalb geht nix.

Apr. 28th, 2013

Autorenverrücktheit im Laufe der Jahre

Foren sind etwas Interessantes, nicht nur wegen der Inhalte, sondern  weil sie das, was man schreibt, aufbewahren, aber im Regelfall außerhalb der Sichtweite.
Geschehen hier im Tintenzirkel. Im Jahr 2009 fragte ein User die damals anwesende Userschaft nach ihren Macken beim Schreiben. Und jetzt im Jahr 2013 hat ein anderer User den Thread wieder ausgegraben und an die Oberfläche gebracht.
Und ich stellte fest, dass ich den Thread schon längstens völlig vergessen hatte.
Und es war schon interessant zu sehen, wie sich die Macken ändern können.
Der eine oder andere wird mir jetzt erzählen, dass Schreiben allein schon eine Macke ist. Stimmt! Aber eine Macke reicht uns verrücktem Autorenvolk doch nicht aus!

Gestatten: Meine Macken aus dem Jahr 2009:
-Ich brauche Musik, aber nur wenn ich daheim bin, in der Schule kann ich selbst mit kreischenden 5ern neben mir noch schreiben, fragt mich nicht, warum das so ist, Survival-Taktik vermutlich.
-Ich hasse es, mit etwas anderem, als einem Füller zu schreiben, wenn ich von Hand schreibe
-Ich beuge mich so weit über das Blatt, dass ich es fast mit der Nase berühre, mache ich aber auch beim Zeichnen und malen. (In den Stunden muss ich dabei immer aufpassen, dass ich damit nicht auffällig werde)
-Manchmal schüttle ich den Kopf oder seufze, oder tue sonst etwas, was meine Figur gerade tut.
-Ich brauche Tee oder etwas Süßes zum Schreibend
-Ich brauche Stress um produktiv zu sein, lacht nicht, es ist so
-Manchmal starre ich Löcher in die Luft, es wundert mich, dass das weder den Lehrern noch den Klassenkameraden auffällt, wenn ich dann mal wieder im Unterricht schreibe, aber wahrscheinlich sind die die glasigen Augen schon gewohnt.
(Anmerkung: Das ist ein Ausschnitt aus meinem originalen Post von damals)

Immerhin stolze 7 Macken. Wie sieht das denn heute aus?

-Schreiben in der Schule, in die ich nicht mehr gehe, bzw. in der Öffentlichkeit ist einem deutlichen Wandel unterworfen worden: Mittlerweile wirft mich im Normalfall schon eine einzelne, schweigende Person im Raum aus dem Fluss. Ausnhamen gibt es nur dann, wenn sich die Muse wirklich mit Klauen und Zähnen auf mich gestürzt hat.
- Was anderes als Füller beim von Hand schreiben geht immer noch gar nicht! Allerdings besteht da wieder die Ausnahme, wenn ich im Urlaub bin, da geht alles, was Buchstaben aufs Papier macht: Kulis, Beistifte, alles erlaubt. Aber wirklich nur im Urlaub, wenn ich aus dem Alltagstrott ohnehin draußen bin.
- Die Nase habe ich, wenn ich am Tisch schreibe, glaube ich immer noch beinahe auf dem Blatt abgelegt.
- Die Macke mit dem Verhaltensweisen der Figur zu kopieren hat sich insofern verschlimmert, dass ich bei emotional aufwühlenden Szenen des öfteren mitten im Satz aufspringe und entweder ans Fenster trete oder gar in die Küche laufe und zurückkomme, ohne in der Küche etwas geholt zu haben. (Ich möchte nicht wissen, wie es aussieht, wenn jemand meine Bewegungen beim Schreiben auf Zeitrafferkamera bannt...)
- Tee ist mittlerweile ohnehin lebenswichtig für mich, Süßes muss nicht unbedingt sein, erleichtert einem aber dumme Szenen ungemein. (Mit dummen Szenen sind Szenen gemeint, die sich beim Schreiben zickig verhalten und davon gibt es vieeeeeeeeeele.
- Den Stress würde ich auch heute noch unterschreiben. Ich bin an Uni-Tagen im Regelfall produktiver, als an freien Tagen und im NaNo oder so sowieso...
- Löcher starre ich bisweilen immer noch in die Luft, dann schaue ich aber im Regelfall aus dem Fenster, deshalb sind geschlossene Fensterläden auch in der Nacht ein absolutes No-Go, während ich schreibe. Ehrlich, man könnte mir vermutlich 30 cm vor dem Fenster eine Wand installieren, ich wäre dann immer noch produktiver, weil ich ja theoretisch noch etwas sehen könnte, als wenn ich auf die geschlossenen Läden starre.
- Morgens Schreiben ist weitgehend unmöglich, da ist meine Kreativität noch nicht wach. Als Ausnahme ist natürlich auch hier ein gewalttätiger Musenüberfall zu werten.
- Es gibt Tage, da hibble ich regelrecht aufs Schreiben hin und es gibt Tage, da muss ich mich vor die Tastatur prügeln... (Wobei erstere meistens dann sind, wenn ich ohnehin im Stress bin)
- Kerzenschein ist toll zum Schreiben

Vier Jahre später (nicht einmal ganz, der Beitrag ist datiert auf Oktober 2009) sind da schon 10 Macken da. Uh, es wird zweistellig!
Und die schon vorhandenen sind umfangreicher geworden...
Man sieht, die werte Autorin ist wirklich im Laufe der Zeit noch verrückter geworden, als ohnehin schon...
Bevor jetzt aber jemand auf die Idee kommt, Autoren mit Verrückten in pathologischer Weise gleichsetzen zu wollen: Schaut mal, wie viele Macken ein Sportler häufig hat und dann reden wir noch einmal...

Apr. 25th, 2013

Premiere!

Nein, mein Erstling ist schon lange fertig und in der Schublade versenkt. Und nein, ich habe auch keine objektiven Erfolge wie Anthologieveröffentlichungen anzukündigen. Aber ich habe es geschafft, eine KG zu schreiben, die mir selber auch gefällt und die fertig ist! Und das ist bei mir, die sich (abgesehen von Schulaufsätzen, wo ich immer zu kurz angebunden war), einfach nicht kurz fassen kann, eine erwähnenswerte Premiere. Ebenso wie die Tatsache, dass ich vorhabe, sie wegzuschicken, mich also auch unter die auf eine Ausschreibung hinhibbelnden Autoren begebe.

Ach und die nächste Premiere wäre, dass dies ein Blogeintrag ist, bei dem keiner wird scrollen müssen...

Apr. 17th, 2013

Krea-TIEF wissenschaftlich betrachtet

Nein, ich werde hier keine neurologischen Thesen aufstellen, warum manchmal gewisse Hirnbahnen auf Einbahnstraße schalten, warum die Sätze an manchen Tagen die GeVO (Gedankenverkehrsordnung) nicht beachten und alle paar Minuten Massenkarambolagen in den Ganglien verursachen, oder warum man an manchen Tagen das Gefühl hat, ein Erdrutsch (wie auch immer die Erde ins Hirn kommt), hätte die Ganglien verstopft. Ich werde auch keine biologischen, chemischen oder psychologischen Erklärungsansätze geben, davon verstehe ich sowieso wenig. (Ich bin im sterblichen Leben angehende Sozialwissenschaftlerin...)

Aber ich will uns geplagten Autoren Mut machen. Sind wir ehrlich, man hat es als Autor nicht leicht! Mal zicken die Protagonisten, dann sind es die Antagonisten und dann wieder verschwört sich die Umwelt gegen einen. Und dann wiederum hat man diese fürchterlichen Tage, an denen man Zeit hätte, weil kein störendes Leben, keine miesepetrige "Wirklichkeit" einem dazwischenfunkt. Und was bringt man zu Papier? Richtig, gar nichts!
Jeder von uns kennt das. Und auf diesen Moment haben so fiese Monster, die sich "Selbstzweifel" nennen, nur gewartet. Geht das wieder weg? Wenn wir nicht einmal, wenn wir Zeit und Ruhe haben, etwas zu Papier bringen, andere aber 48-Stundentage, 20 Kinder und zudem auch noch riesige Freundeskreise jonglieren können und trotzdem zehn Romane im Jahr rauskloppen (Ja, so fühlt sich das an, ich habe nicht gesagt, dass es Realität ist, ne?), wie können wir uns dann Autor nennen? Dürfen wir das? Und überhaupt, was ist das denn schon wieder für ein haarsträubender Plot, das kann doch gar nicht funktionieren!

So, nun sprachen wir aber in einer gestrigen Lehrveranstaltung mitnichten über die Art von Schreiben, die ein Autor im Allgemeinen praktiziert. Wir sprachen über das wissenschaftliche Schreiben. Es ging um Hausarbeiten und die Zukunftsmusik der Bachelor-Arbeiten. Warum ich das euch, liebe Leser, in einem Blog über das Schreiben, mit dem ich mein Autorendasein meine, erzähle? Lest weiter!
Und so kamen wir schließlich darauf, dass die Zeit, die uns für die Bachelor-Thesis gegeben wird (2 Monate) eigentlich eine absolute Frechheit ist, weil viel zu kurz.
Kommentar meines Profs dazu: "Wenn ich schreibe (gemeint ist natürlich das wissenschaftliche Arbeiten verfassen), brauche ich Zeit. Und es gibt Tage, da kommt gar nichts. Da setze ich mich morgens vor den PC und es geht überhaupt nichts. Dann stehe ich auf, hole mir vielleicht einen Kaffee, setze mich wieder hin und es geht immer noch nichts. Dann stehe ich vielleicht auf, gehe auf den Balkon, komme wieder zurück, spüle vielleicht mal noch zwischendrin und immer noch nichts. Irgendwann tut mir dann das Kreuz weh und ich habe immer noch nichts zu Papier gebracht und ärgere mich darüber, dass ich so viel Zeit mit irgendwelchen Ablenkungsmanövern verbracht habe, aber es kommt einfach immer noch nix!"
Und ich dachte mir: Moment mal, das kennst du doch! Schreibblockade, klar!
Jetzt braucht jemand, der überwiegend andere Werke liest, zitiert und interpretiert oder auch zerreißt, keine überbordende Kreativität, über deren Mangel schreibblockierte Autoren so oft jammern. Aber trotzdem kennt dieser Mensch die klassische Schreibblockade.
Schlussfolgerung, da, wo der Hase begraben und der Hund im Pfeffer liegt, wo unsere Gedanken in Buchstaben übersetzt werden, haben wir Schwierigkeiten, nicht schon da, wo die Gedanken entstehen.
Wer kennt die peinliche Situation nicht: Man will irgend etwas erzählen, oder sogar etwas geistreiches von sich geben, man öffnet den Mund und heraus kommt etwas wie das hier: "asfdöljk!"
Das hat man aber nicht gedacht!
Schlussfolgerung: Liebe Autoren, wenn ihr schreibblockiert seid, macht euch bitte keine Sorgen um eure Kreativität, oder eure Fähigkeit. Erinnert euch nur daran, dass euer Sprachzentrum Urlaub gemacht hat. Und erinnert euch daran, dass wir nicht nur selbiges haben. Vielleicht ist die Zeit gekommen, um sich mal wieder auf die Musik zu konzentrieren? Oder, wenn ihr die Zeit habt, geht ihr spazieren und lasst die dummen Worte mal ganz weit weg. Das Sprachzentrum braucht auch mal eine Pause, eine Pause, die es dadurch, dass wir in Worten denken, ja nie kriegt!

Apr. 15th, 2013

Herausforderungen der Charaktere: Perspektivträger wie Tag und Nacht

So, jetzt habe ich seit Langem hier nichts mehr gepostet. *Staub und Spinnenweben wegfeudel*
Das liegt daran, dass mein Leben in letzter Zeit etwas turbulent verlief. Zunächst ein ziemlich rascher Wechsel mehrerer Aushilfsjobs nacheinander, dann die Zusage zu einem Studium und ein Umzug.
Aber auch, dass ich mir mal wieder in den Kopf gesetzt habe, die Kurve zum "richtigen" Autor kriegen zu wollen. Nein, ich bin nicht größenwahnsinniger geworden, als ich ohnehin schon bin. Ich habe mich nur dermaßen in mein aktuelles Werk verliebt, dass ich es schade fände, wenn es bis zum St. Nimmerleins-Tag nur ich zu lesen bekomme. Und ich glaube objektiv (Haha, seit wann ist ein Autor denn mit seinen eigenen Werken wirklich objektiv?), dass ich es mit meinem "Erwachsenen-Märchen" schaffen könnte.
Und ja, ehrlicherweise bin ich auch neugierig. Ich will wissen, ob ich es schaffen kann. Und irgendwann muss man ja mal mit Spießrutenlaufen anfangen, sonst fragt man sich in zwanzig Jahren immer noch: Was wäre denn gewesen, wenn ich damals (insert x-beliebige/-n Agentur/Verlag here) das Manuskript geschickt hätte? Außerdem habe ich jetzt eine eigene Wohnung, das heißt, mein Autorengenöle, wenn es dann doch mal wieder eine Absage werden sollte, wird niemanden über Gebühr strapazieren. Wan also, wenn nicht jetzt?

So, aber genug zu meinen großen Plänen, kehren wir zur Gegenwart zurück, sonst hat mein schöner Titel gar nichts mehr mit dem Thema zu tun!
Ich habe seit dem letzten Blogeintrag, der mit dem SChreiben zu tun hat, einiges geschafft. Im letzten halben Jahr habe ich immerhin 3(!) in Worten DREI Manuskripte fertig gestellt. Das Letzte davon erst vor einer Woche. Und nun beschäftige ich mich, weil es mir ja nicht langweilig werden darf, mit dem zweiten Band meines Erwachsenenmärchens. Und weil Herausforderungen wichtig sind, weil Autorin sonst nicht daran wachsen kann, hab ich in diesem Projekt zwei Perspektivträgerinnen im Gegensatz zu der einen, die ich sonst habe.
Und damit nicht genug. Ich schreibe momentan abwechselnd aus der Sicht der Prota und der Anta.
Und weil das etwas ganz Neues ist, stelle ich die beiden hier einmal vor:

Jaylene
Jaylene ist meine Prota. Sie ist mit irgendwas über 70 bei weitem die älteste Protagonistin (und stellt damit die rund 50-jährige Rhiannon, meine Namensgeberin für meinen Nick, nochmal deutlich in den Schatten), die ich je hatte. Noch ist das nicht schwer, denn da ich das ganze als Lebensgeschichte aufrolle und noch in der Kindheit stecke, als sie niedliche sechs Jahre alt ist, kann ich mich noch ganz gut in sie hineinversetzen. Wie das später ist, wenn sie mein eigenes Bisschen Lebenszeit um mehr als das Dreifache übersteigt, kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber da sich Jaylene mich als Autorin ausgesucht hat, wird das wohl irgendwie hinhauen. Bisher habe ich Geschichten noch nie an die Wand gefahren, weil ich mich nicht in die Prota hineinversetzen konnte, sondern eher, weil ich mich selber in der Handlung verheddert habe.
Jaylene ist ein Sklavenkind, geboren und aufgewachsen auf einem großen Gut, auf dem die Sklaven nicht einmal Namen haben. Ihre Mutter "Sieben" zum Beispiel hat ihren eigenen Namen sogar schon vergessen. Jaylenes Namen gerät nur aus einem Grund nicht in Vergessenheit: Jaylene ist eine begabte Sängerin. "Kleine Lerche" wird sie von den anderen Sklaven liebevoll genannt und sie verzaubert mit ihrer Stimme alle, die sie einmal hören. Und sie hat das Glück, von einem Barden gehört und freigekauft zu werden. Er bildet sie aus und sie steigt dank ihm und ihrer begnadeten Begabung bis zur Sängerin des Königs auf. "Lerche des Königs" ist ihr Beiname. Zu dem Zeitpunkt, zu dem die Geschichte tatsächlich stattfindet ist sie mit über 70 Jahren allmählich müde und ganz zufrieden damit, nur ihre Schülerin Tamerlane auszubilden, um dem König eine weitere "Lerche" zur Verfügung zu stellen, wenn sie selbst gar nicht mehr kann. Jaylene ist ein freundlicher Mensch, trotz ihrer Abstammung als Sklavin hat sie nie wirklich Schlimmes im Leben erfahren. Sie weiß zwar, wie die Sklaven oft geschunden wurden, aber sie hat es nie selbst erlebt. Und nun, als "Lerche des Königs" lebt sie fast wie eine Fürstin. Man liebt sie allgemein und liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab.

Awinita
Wache Mitleser wissen jetzt bereits, dass Awinita die Anta ist. Awinita ist ungefähr Mitte zwanzig, also so etwa in meinem eigenen Alter. Aber sie ist trotzdem keine geringere Herausforderung als Jaylene. Denn Awinita ist das Bild des durch Traumata der Vergangenheit zur Anta gewordenen Halb-Wahnsinnigen.
"Nanu, ich dachte, die Rhiannon hasst Klischees!", höre ich euch sagen. Ja, das stimmt auch. Und deshalb ist Awinita auch nicht die klassische Opfer - wird- zu - Täter-Anta, deren Familie in ihrer Kindheit brutal ermordet wurde und sie ist auch keines jener armen Geschöpfe, die zum Spielzeug irgend eines Möchtegern-Evil-Overlords wurden.
"War wenigstens Folter im Spiel?", höre ich jetzt. Ja, das könnte man so sagen. Allerdings keine klassische Folter im düsteren Kerker mit glatzköpfigem Folterknecht mit nacktem Oberkörper und neben der Eisernen Jungfrau.
Awinita ist ein Opfer von etwas, das man heute "häusliche Gewalt" oder "Kindesmisshandlung" nennt. Der Folterknecht ist ihre eigene Mutter. In der pseudo-mittelalterlichen Welt, in der sie lebt, ist das natürlich ein Tabu, keiner wagt es, gegen ihre Mutter aufzubegehren. Warum nicht? Ganz einfach: Awinitas Mutter ist eine Königin. Das macht Awinitia zur Prinzessin. Und trotzdem ist sie ein ganz armes Wesen. Sie ist, ebenso wie Jaylene, eine begabte Sängerin und ihre Musik ist alles, was sie hat. Sie singt gegen den Schmerz, den ihre Mutter ihr immer wieder zufügt. Aber sie kann auch nicht vermeiden, von der überdominanten Präsenz ihrer Mutter vereinnahmt zu werden. Noch zu dem Handlungszeitpunkt der Geschichte, als Awinita längst erwachsen und ihre Mutter schon seit einigen Jahren tot ist, richtet sich Awinita immer noch unbewusst nach den Anforderungen ihrer Mutter. Das führt dazu, dass sie dem Nachbarreich wegen einer Nichtigkeit den Krieg erklärt.
Einem Krieg, den sie nicht führen möchte, zu dem sie sich aber verpflichtet fühlt. Aber weil sie ihn eigentlich gar nicht führen will, lässt sie sich auf den Vorschlag, es auf einen Sängerwettstreit mit Jaylene ankommen zu lassen und, sollte Jaylene sie schlagen, auf den Krieg zu verzichten, ein.
Awinita könnte theoretisch einfach zu schreiben sein. Sie ist in meinem Alter, sie ist mir von der Art her sogar ein wenig ähnlich. Aber da ist ihr Trauma.  Sie ist so schwer traumatisiert von dem, was ihre Mutter ihr angetan hat und von dem scheinbaren Verrat ihrer einzigen Bezugsperson, dass sie sogar selbst nicht sagen kann, wo ihr Charakter aufhört und wo die Maske, die sie sich zugelegt hat, um zu überleben, beginnt.

Man sieht also, lieber Mitleser, der bis hierher durchgehalten hat, beide Perspektiven haben schon für sich allein ihre Tücken. Aber das nebeneinander her zu schreiben, das wird ... interessant! Ich stelle jetzt schon fest, dass es ganz schön knackig ist, zwischen Licht und Dunkelheit zu switchen. Aber ich kriege das hin! Ich weiß, dass dieses Projekt Potential hat und verdammich, wenn ich das nicht rausholen kann!

Feb. 24th, 2013

Künstlerische Freiheit vs. "political correctness" vs. "Allgemein Bekanntes über Künstler"

Manchmal ist es schon fast zum Lachen, wie sehr sich die Menschheit selbst widersprechen kann...
Auf der einen Seite soll es künstlerische Freiheit geben. Terrorregimes werden gern daran fest gemacht, dass sie Selbige unterdrücken. Aber einem Künstler, der vielleicht vor etlichen Jahrzehnten gewirkt hat, will man seine Freiheit nicht zugestehen. Und wehe, ein Künstler arbeitet nicht so, wie man es erwartet. Dann war es das mit der Freiheit, bzw. man hat so zu arbeiten, dass es irgendwelchen vorgefertigten Interpretationen nicht zuwiderläuft...
Hintergrund meines ersten Gemeckers ist diese, in meinen Augen ausgesprochen blödsinnige, Diskussion, ob man Ausdrücke wie "Neger" in alten Büchern nicht umschreiben sollte.
Ich bin da absolut dagegen. Zum einen zeugt es nicht gerade von Respekt gegenüber einem vielleicht schon verstorbenen Autor, wenn man ungefragt in dessen Werken herumeditiert, zum anderen würden wir uns damit mehr oder minder selbst unsere Geschichte rauben. Wenn wir unseren Kindern anhand solcher Bücher nicht mehr zeigen können, wie sich die Sprache über die Jahrzehnte verändern kann und wie schnell ein an sich harmloser Ausdruck zu einer Beleidigung werden kann, können wir ihre Augen auch nicht mehr für solche Dynamiken schärfen.
Das Wort "Neger" an sich ist ja, im Gegensatz zu einer tatsächlichen Beleidigung wie "Dummkopf" zunächst einmal neutral. Neger stammt schlicht von dem lateinischen "niger" für schwarz. Und einen dunkelhäutigen Menschen als "schwarz" zu bezeichnen ist zunächst einmal ebenso korrekt oder auch nicht, wie eine hellhäutige Person als "weiß" zu bezeichnen. Zur Beleidigung wird das Wort erst durch den Verlauf der Geschichte, in der schwarze Menschen unterdrückt und als "Menschen zweiter Klasse" betrachtet wurden und das Wort "Neger" gleichzeitig "wertloser Mensch" bedeutete.
Spielt aber nun ein Buch vor der Zeit der Sklaverei der Schwarzen, oder wurde gar noch in einer Zeit geschrieben, in der das Wort nicht als Beleidigung betrachtet wurde, sehe ich es weder ein, das Buch umzuschreiben, noch einen Charakter aus der Zeit um 1800 von "African Americans", oder welcher Ausdruck auch immer in der jeweiligen Situation in der heutigen Zeit korrekt ist, sprechen zu lassen.
Das wäre die Geschichte verfälscht!
Und wenn ich einen unsympathischen, rassistischen Charakter haben sollte (nicht ich selbst, sondern Charakter = Figur im Buch), dann lasse ich diese Figur natürlich auch heute noch politisch inkorrekte Worte benutzen. Warum auch nicht? Soll ich die Aussage meiner Geschichte verfälschen und ein "Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb" draus machen?
In letzter Zeit sind mir die Eingriffe in die künstlerische Freiheit, um die (meistens nicht einmal verletzten) Gefühle so genannter "Minderheiten" zu schützen, etwas zu arg. Ebenso wie die Bemühungen einiger Zeitgenossen, sich als modern und offen darzustellen, die mehr nach hinten losgehen, als zu nutzen. Man denke an das homosexuelle Paar, das sich auf tumblr als homophobe Idioten beschimpfen lassen musste, weil es einer der beiden gewagt hatte, im Sherlock-Fandom nicht Johnlock zu shippen.
Ehrlich, das geht mir als Mensch gegen den Strich und als Künstler, ich bezeichne mich einfach mal ganz hochtrabend so, der darauf angewiesen ist, dass nicht alles aus vielleicht sogar gutgemeinten Gründen zensiert wird, noch viel mehr.
Auf der anderen Seite kann es unsere Gesellschaft aber auch nicht akzeptieren, wenn ein Künstler einmal tatsächlich nur einfach so etwas zum Anschauen produziert, ohne größere Hintergedanken. So wie ich heute... Ich hatte mit der Zeichnung, die ich anfing, keine weiteren Absichten, mich hat nur das Foto angesprochen, das ich im Internet gefunden habe und ich dachte mir, ich könnte daraus vielleicht ein schönes Bild machen. Und schon sucht jeder nach möglichen Interpretationen und was ich mit diesem Bild beabsichtigt haben könnte.
So wird dann einem Künstler, der vielleicht um der Übung willen, irgend etwas zeichnet oder malt, gleich eine Botschaft unterstellt und unter Umständen vielleicht sogar eine, mit der sich selbiger überhaupt nicht identifizieren kann.
Muss das sein?
Haben wir die Fähigkeit verloren, etwas unkommentiert hinzunehmen, obwohl wir doch angeblich viel freier geworden sind, als vor hundert Jahren?

Feb. 16th, 2013

Wenn der Autor zu viel Schwarztee erwischt...

...geht es ihm so, wie jedem Normalsterblichen auch, er kann nicht schlafen.
An sich ist das ja nichts Besonderes. Aber hier sieht man wieder einmal den Unterschied zwischen der Gattung Homo sapiens sapiens und der Gattung Homo sapiens scriptoris auch wenn sie augenscheinlich beide der Gattung Homo sapiens zuzuordnen sind.
Wenn der Homo sapiens sapiens nicht schlafen kann, gibt es entweder jene Unterart, die sich schlaflos im Bett hin und her wälzt und jede mögliche Liegehaltung wenigstens fünf Mal ausprobiert, in der Hoffnung, irgendwann doch noch ins Traumland zu entschwinden, oder jene Unterart, die das warme Bett dann verlässt und irgend etwas Langweiliges tut, um bei Aufkommen der Müdigkeit dann doch wieder ins Bett zu krabbeln.
Der Homo sapiens scriptoris (gemeinhin auch Autor genannt), liegt ebenso wach, aber in diesem Zustand wird der Homo sapiens scriptoris meistens wehrloses Opfer eines Überfalls seines eigenen Gehirns, das in diesem Zustand wahlweise kreative, aber völlig ungeordnete Ideen hervorbringt, oder aber, er wird für eine nicht geplante Sprechstunde mit seinen Charakteren annektiert.

Wie sich der geneigte Leser denken können wird, rechne ich mich der Gattung Homo sapiens scriptoris zu und habe selbiges hochwissenschaftliche Ergebnis in eigener Forschung hervorgebracht. Genauer gesagt, ich habe gestern den Fehler gemacht, nicht nur eine, sondern zwei Kannen reinen Schwarztee zu trinken. Mit dem Ergebnis, dass ich bis vier Uhr wach lag.
Okay, ich bin eine Nachteule, vor zehn Uhr ist meine Kreativität weniger ausgeprägt. Angesichts der Tatsache, dass ich aber nicht allein bin, folglich also nicht nur meinem eigenen Rhythmus gehorchen kann und mich folglich vielleicht auch vor dreizehn Uhr wieder aus dem Bett erheben sollte, folge ich dem Rhythmus nicht ganz und bin in der Regel vor zwei Uhr im Bett. Jetzt im Winter sowieso, da um 23 Uhr meine Heizung ausgeht.
Vier Uhr ist aber auch für mich eine Zeit, zu der ich normalerweise längstens schlafe, es sei denn, ich wäre wirklich krank... Momentan bin ich jedoch weder krank, noch hält mich die Hitze, die im Sommer auch manchmal Schuld hat, vom Schlafen ab.

Ich gehe einfach einmal davon aus, dass jeder das Gefühl kennt wenn die Gedanken Karussell fahren, ohne, dass man sie wirklich zu packen bekommt. Das Gefühl wird allerdings wirklich surreal, wenn es nicht das normale Gedankenkarussell ist, sondern wenn das, was die Protagonisten zu erzählen haben, Karussell fährt und man immer einzelne Fetzen hingeworfen bekommt. Maja Ilisch, die Gründerin des Tintenzirkels, hat einmal auf ihrer Homepage geschrieben, dass sie schreibt, weil Drogen zu teuer sind.
Man müsste da noch hinzufügen, dass die normale Verrücktheit eines Autors und Drogen sich auch gefährlich potenzieren könnten...

Dec. 12th, 2012

Song Meme

Das habe ich von aryana_filker geklaut, mir aber nicht die Mühe gemacht, es zu übersetzen, ich schätze, die meisten verstehen es auch so.

1. A song you like with a color in the title
"Lady in Black" by Uriah Heep

2. A song you like with a number in the title
"Threes" by Mercedes Lackey

3. A song that reminds you of summertime
"Summer of 69" by Brian Adams

4. A song that reminds you of someone you would rather forget about
(coming soon)

5. A song that needs to be played LOUD
"It's my life" by Jon Bon Jovi

6. A song that makes you want to dance
"Full Height of our power" by Kellianna

7. A song to drive to
"Waltzing Matilda" by Slim Dusty

8. A song about drugs or alcohol
(coming soon)

9. A song that makes you happy
"Je veux" by Zaz

10. A song that makes you sad
"The Raven" by Omnia

11. A song that you never get tired of
"The Mystic's dream" by Loreena McKennitt

12. A song from your preteen years
"Puff the Magic dragon" by don't know the singer

13. One of your favorite 80’s songs
"Hero" by Bonnie Tyler

14. A song that you would love played at your wedding
"Gift of Amber" by Mercedes Lackey

15. A song that is a cover by another artist
"I dreamed a dream" by Susan Boyle (Original from the Musical Les Miserables)

16. One of your favorite classical songs
"Nella Fantasia" by don't know

17. A song that would sing a duet with on karaoke
"Summer Wine" by Nancy Sinatra & Lee Hazelwood

18. A song from the year that you were born
"E[verything I Do) I do it for you" by Brian Adams

19. A song that makes you think about life
"Dead to the world" by Nightwish

20. A song that has many meanings to you
"Oh Adelsmann" by Versengold

21. A favourite song with a person’s name in the title
"Katie" by dont's know

22. A song that moves you forward
"Wenn ich tanzen will" by Elisabeth Musical

23. A song that you think everybody should listen to
(coming soon)

24. A song by a band you wish were still together
"Move on" by ABBA

25. A song by an artist no longer living
"Non, Je ne regrette rien" by Edith Piaf

26. A song that makes you want to fall in love
"One with Lunnight" by Elane

27. A song that breaks your heart
"Herald's Lament" by Mercedes Lackey sung by Larry Warner

28. A song by an artist with a voice that you love
"While your lips are still red" by Marco from Nightwish

29. A song that you remember from your childhood
"Hurra, wir leben noch" by Milva

30. A song that reminds you of yourself
"Signy Mallory" by Julia Ecklar
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Oct. 31st, 2012

Prä-Nano Inspiration!

In wenigen Stunden ist es so weit und der Startschuss zum NaNo fällt, in dem ich natürlich auch dieses Jahr mitschreiben werder. Mir doch egal, dass ich im November in drei von vier Wochen wegen Frühschicht um halb 5 aus dem Bett zu fallen habe! Mir doch egal, dass ich ein Nachtmensch bin und das nicht sonderlich mag, das frühe Aufstehen.
Ich werde den NaNo schaffen! Etwas anderes lässt meine perfektionistische Prota gar nicht zu.
Aber wie aufs Stichwort ist heute schon wieder ein neuer Plot aufgetaucht.
Liebe Muse, ich danke dir wirklich sehr für den Plot, wenn du mich unterstützt, kann ich daraus nach dem NaNo eine wunderschöne Geschichte machen, der Plot ist nämlich wirklich traumhaft schön! Aber bitte, warte mit neuen Einfällen ab jetzt bis nach dem NaNo! Ideenoverflow führt zur Blockade bei mir, das haben wir beide schon festgestellt, nicht wahr?
Deswegen tu mir den Gefallen und bleibe mit der Inspiration jetzt bitte bei Weltenbann, okay?
Ich verspreche dir, dass wir zwei auch damit sehr viel Spaß haben werden!

Sep. 16th, 2012

Wenn sich der Autor selbst in den Twists vertwistet...

Sooo, long time, no see, was das Schreiben angeht, ich weiß...
Weder die Deadline eingehalten, noch sonderlich zuverlässig den Wortstand gebloggt... Pfannt mich!
Aaber ich liege nun endlich wirklich in den letzten Zügen mit dem ersten Band.
Streng genommen fehlt nur noch ein schöner Epilog und ich kann ein ENDE unter das Manuskript setzen.
Und genau an dieser Stelle, wo man eigentlich denken sollte, dass alles in trockenen Tüchern ist, vertwiste ich mich noch.

Ich liebe ja gemeine Twists in den Geschichten. Ich mag es, wenn alles sicher scheint und dann kommt noch noch etwas Böses, auch wenn ich manchmal in diesem Moment den Autor verfluche, aber ich mag sie trotzdem die Twists.

Ich habe gerade folgendes Problem, oder eigentlich sind es zwei:

Anahid, die Hauptperson, kennt ihren Vater nicht und ihre Mutter hat auch niemals von ihm gesprochen. Im Laufe der Geschichte ist Anahid von der unverbesserlichen Realistin zu einer Frau geworden, die auch übernatürliche Dinge hinnehmen und als solche stehen lassen kann. (Wenn eine sehr lebendige Fee plötzlich vor einem steht, sollte man langsam an Feen glauben)
Soo, was die Gute aber nicht weiß, ist, dass in ihren Adern auch Feenblut fließt, der Herr Papa war eine Halbfee.
Ich könnte die Tatsache einfach unter den Tisch fallen lassen und vielleicht im dritten Band, wenn Avalyn und Brynja in irgendwelchen alten Schriftrollen auf die Erwähnung von Anahids Tochter Angharad stoßen, irgendwie erwähnen. Ich könnte diese Offenbarung aber noch als letzte Worte Astorias (Anahids Mutter) einbauen. Oder ich könnte es Anahid im Epilog erwähnen lassen, dass ihr das offenbart wurde.

Und der zweite mögliche Twist ist im Epilog.
Ich habe Prolog und Epilog quasi als Rahmenhandlung gestaltet, der Prolog beinhaltet ein Treffen Anahids mit der hoffentlich zukünftigen Schwiegermutter Angharads, bei dem Anahid dann quasi als Hauptgeschichte ihre Lebensgeschichte erzählt, um gewisse Eigenheiten Angharads zu erklären.
Soo, vom Prolog wissen wir, dass Angharads zukünftiger Schwiegerdrachen ... äh, ich meine natürlich Schwiegermutter, ihr nicht sehr zugetan ist.
Das könnte sich, wie eigentlich bisher geplant, im Laufe der Geschichte geändert haben und im Epilog haben sich alle lieb.
Ich könnte sie aber auch zum verbohrten Schwiegerdrachen machen, indem sie auch, nach dem sie Anahids Lebensgeschichte gehört hat, immer noch gegen Angharad ist...

Und welche der beiden Möglichkeiten in jedem der beiden Punkte nehm ich nun?

Aug. 29th, 2012

Herausforderung 777

Ich wurde gerade von aryana_writer getaggt, naja eigentlich schon im Juli *schäm*.
Die Herausforderung geht so:
Man postet 7 Sätze von Seite 7 des aktuell in Arbeit befindlichen Werkes und fordert dann selbst 7 Autoren auf, das Gleiche zu tun.

7 Sätze aus "Feenlicht", bitte sehr!

Anahid räumte das Geschirr fort und begab sich in ihre eigene Schlafkammer.

Das Bett, das dort stand, war immer noch jenes, das sie sich mit Jorrin geteilt hatte und wie jeden Abend seit seinem Fortgang erinnerte sie die leere, kalte Hälfte des Bettes schmerzhaft daran, dass sie schlimmer dran war, als eine Witwe.

Eine Witwe war ebenso auf sich gestellt, wie sie, aber diese hatte die Chance, eines Tages wieder zu heiraten. Anahid war verheiratet, aber trotzdem allein.

Als sie nach der Heirat in dieses Haus gezogen war, hatte Anahid das dunkle Holz der Wände und der Bodendielen als anheimelnd empfunden. Wie eine Höhle in der die Tiere den dunklen, kalten Winter verschliefen. Aber seit sie allein gegen diese rätselhafte Krankheit ankämpfte, empfand sie das Haus eher unheilverkündend und wie einen dunklen Schlund, der sie verschlingen wollte.




Ich tagge dann:

pinguintante
Maja Ilisch
Drachenfeder
Zitklasa/50kwords
Grey
siberianchan
Dania Dicken

Tags:

Aug. 28th, 2012

Zwischenfazit oder: Wenn sich der Schreiberling ändert

Einige, die hier schon länger mitlesen, werden feststellen, dass das, was jetzt kommt, ungewöhnlich für mich ist.
Ich fasse vielleicht einmal Wortstände oder Projekte zusammen, aber das Fazit der Gesamtsituation musste bisher immer bis zum Jahresende bzw. zum Anfang des neuen Jahres warten.
Aber auf eine andere Weise ist nun auch ein Jahr zu Ende gegangen.
Ich habe mein Freiwilliges ökologisches Jahr beendet (wenn auch recht schmählich mit einer Krankmeldung weil ich mir, Schussel, die ich bin, etwas auf den Fuß geschmissen habe und nicht mehr laufen konnte) und bin wieder nach Hause zu meinen Eltern gezogen.
Und wenn ich mir nun ansehe, was ich schreiberisch geleistet habe, seit ich am 24. August wieder endgültig zu Hause eingezogen bin, oder besser gesagt eingezogen wurde, weil ich Fußlahmes Etwas nicht laufen konnte, kann ich das recht schnell zusammenfassen: Nichts!

Frustriert, wie ich heute war, hab ich dann, wie meistens, wenn ich wirklich frustriert bin, begonnnen, darüber nachzudenken, warum es eigentlich gerade überhaupt nicht geht.
Die Antwort ist geradezu erschreckend einfach: Ich habe mich schlichtweg verändert.
Es ist mir nun schon nicht nur einmal gesagt worden, dass ich mich verändert habe, dass ich stiller und in mich gekehrter geworden bin, manche haben auch schon das böse Wort "eigenbrötlerisch" benutzt.
Okay, geschenkt, es gibt Tage, da habe ich eine misantophische Phase, das gebe ich offen zu.
Früher, als ich noch zur Schule ging (Gott, das klingt, als wäre ich schon uralt), habe ich im Unterricht schreiben können, der Geräuschpegel und die ständigen Störungen störten mich nicht.
Jetzt, nachdem ich ein Jahr lang alleine gewohnt habe und dementsprechend, wenn ich es so wollte, ruhige Abende zum Schreiben hatte, kann ich nicht einmal mehr schreiben, wenn nur meine Schwester bei mir im Zimmer sitzt und liest.
Auch so eine Sache, die mich frustriert hat, denn wie bitte, wenn man nicht gerade auf die einsame Insel zieht, stellt man mögliche Störungen durch andere Menschen ab?

Aber beim Darübernachdenken war das alles dann wieder logisch. Ich habe in der Schule nicht geschrieben. Ich habe Wörter aneinandergereiht. Wörter die durchaus Sinn ergaben. Aber oft und oft wurde mir zu viel Distanz zu meinen Charas angekreidet. Nicht zuletzt auch schon hier bei den Schnipseln. Und warum? Weil ich nur Wörter aneinandergereiht habe, versucht habe, Dinge zu beschreiben, die ich von fern sah.
In diesem Jahr war das anders. Ich lebte allein für mich und wenn ich Feierabend hatte und meiner misantrophischen Phase frönen wollte, dann kochte ich mir einen Tee, schloss ich meine Zimmertür, machte mein Handy aus und war für die nächsten Stunden tot für die Welt. Und in dieser Umgebung schrieb ich dann tatsächlich. Ich tauchte vollständig in die Geschichte ab und niemand sah mich komisch an, wenn ich zehn Minuten damit verbrachte, verliebt dem Klang einer Formulierung zu lauschen, oder beinahe mit den Charas weinte.
Das geht zu Hause nicht, weil ich alle fünf Minuten damit rechnen muss, gestört zu werden. Ich habe es wirklich nachgeprüft. Meine Umgebung lässt mich nicht einmal so lange in Ruhe, wie ich bräuchte, um eine Tasse Tee zu trinken, ohne etwas anderes zu tun. Und wenn ich, wie früher so oft, die Nacht zum Tag mache, sitzt mir ständig der kleine Dämon im Nacken, der mir die Aufstehzeit des nächsten Tages ins Ohr brüllt. Sprich ich komme, nachdem die anderen zu Bett gegangen sind, nicht mehr so ins Schreiben rein. Schon gar nicht, wenn ich womöglich auch noch müde bin und an dem Tag früh aufstehen musste.
Nein, so geht das nicht! Ich muss, wenn ich den Studienplatz im Oktober nicht kriege, ein halbes Jahr daheim wohnen. Ich werde ganz bestimmt kein halbes Jahr überleben, in dem ich nicht schreibe, also nicht so, wie ich es jetzt kennen gelernt habe. Außerdem würde dieses Wörteraneinanderreihen die Trilogie, an der ich momentan sitze, nur kaputtmachen. Und dafür ist sie mir viel zu wertvoll!
Also versuche ich es jetzt einfach einmal mit einer klaren Absprache. Die Stunde zwischen neun und zehn am Abend, die will ich für mich haben! Wenn es nicht pulsierend blutet, soll man mich in dieser Zeit bitte in Ruhe lassen. Und ich werde auch das Argument: Ich habe dich heute schon drei Stunden lang in Ruhe gelassen, nicht mehr gelten lassen! Denn in diesen drei Stunden wusste ich es nicht. Und nur das Wissen, nicht gestört zu werden, die Sicherheit, dass man abtauchen kann, ohne gleich wieder auftauchen zu müssen, gibt mir die Möglichkeit wirklich abzutauchen.
Mal sehen, ob ich meiner Umgebung das beibringen kann!

Jul. 13th, 2012

Wer bist du? - Dein neuer Chara! - Aha....

Mitten in der Arbeit an meiner Anderswelt Trilogie stellte sich mir doch glatt ein neuer, sehr interessanter Charakter vor. Die Dame wird warten müssen, bis Anahid, Aleshanee und Avalyn (irgendwie hab ich hier ne A-Häufung) ihre Geschichten haben, aber vorstellen kann ich sie ja nun schon einmal, damit sie zufrieden ist. Und weil sie außerdem eine absolute Exotin unter meinen Charakteren ist.

Ihr eigentlicher Name ist Hope Knight, aber sie bevorzugt ihre beiden Decknamen Knight of the Night oder Hope of the Night. Wir sehen schon an dem Knight-Night, dass sie Wortspiele liebt.
Wenn man sie als zwielichtig beschreibt, untertreibt man in den meisten Fällen. Sie ist längst ein bekanntes Gesicht in mehr oder minder kriminellen Kreisen. Aber ein Haudrauf ist sie nicht. Sie ist eine große Kunstliebhaberin, malt und schreibt Gedichte und ist kaum einem weltlichen Vergnügen abgeneigt. Ja, selbst Drogen werden gelegentlich konsumiert. Aber auch in Philosophie ist Hope ausgesprochen interessiert und mit ihrer hohen Bildung fällt es ihr nicht schwer, in hohen Kreisen zu verkehren.
Obwohl es gelogen wäre, würde man behaupten, sie sei keine Verbrecherin, ist sie doch nicht wirklich komplett verdorben. Wenn es sich vermeiden lässt, fließt bei ihren Aktionen kein Blut. Warum sollte man einen Menschen auch ermorden, um an sein Vermögen zu kommen, wenn man es sich auch erschleichen kann?
Mit einem beinahe übernatürlichen Charme ausgestattet, kann vor allem die Männerwelt Hope kaum widerstehen, aber wenn sie sich richtig ins Zeug legt, liegt ihr durchaus auch die Damenwelt zu Füßen.
Wie viele gebrochene Herzen sie auf ihrem WEg zurückließ, ist kaum zu zählen.
Hope lebt in einer ARt viktorianischer Stadt, wer das Spiel Fallen London kennt (auf facebook auch Echo Bazaar genannt), kann sich ein Bild von der Umgebung machen, wer nicht, dem sei gesagt, dass es sich dabei um London handelt, das vor Jahren  unter die Erde gezogen wurde und nun seeeeeeeeeeeehr nahe an der Hölle  ist, weshalb die Teufel dort ganz offen herumlaufen und die Seele eines Jeden nicht sehr sicher ist.
Hope ist letzten Endes ein aufstrebender Stern am Himmel der Kriminellen, schon in relativ hohen Kreisen angekommen, mit irgendwelchen Totschlägern auf der Straße muss sie sich nicht mehr abgeben.
Und da sie aus beinahe jedem Geheimnisse herauszukitzeln vermag, auf welchen Weg auch immer, ist sie eine beliebte Spionin der High Society, eine Spionin, die jedoch oft genug auch ihren Auftraggeber gleich mit ausspioniert, wer weiß, wer dafür eines Tages zahlt, nicht?
In dieser Welt ist es so, dass Kontakte zur Erdoberfläche regelrecht verboten sind, was jedoch nur wenige daran hindert, sich nach dem Himmel zu sehnen. Oder auch nach anderem, das auf der Oberfläche zurückblieb.
Was niemand weiß: Die Melancholie, die Hope manchmal zu umgeben scheint, ist nicht etwa gespielt, um sich interessanter zu machen, diese ist eines der wenigen Dinge, die bei Hope sicher echt sind. Denn ihre einzige wahre Liebe blieb auf der Oberfläche zurück. Und die geliebte Person ist keine Person, die dem Verbrechen zugeneigt ist.

Interessanter Charakter, nicht?
Sollte ich die Geschichte aber jemals schreiben, wird das wohl seeeeeeeeeeeeeeeehr rechercheaufwändig, viktiorianisches London und so...

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