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Mythologische Wesen als Inspirationsquelle oder "Vorbild"

S.J. Tucker s00j schrieb in ihrem Blog den Post: "Mythic Beasties and why we love the". Dieser entstand auf die Frage hin, welche mythologische Kreatur sie am meisten inspiriere und warum.
Als Schreiberling, der sein Herz an die Fantasy verloren hat, ist diese Frage natürlich auch etwas für mich.

Ich muss jedoch hier eine Unterteilung vornehmen. Es kommt darauf an, ob man die Frage auslegt, als: Was inspiriert mich überhaupt für mein Leben? oder ob man daraus liest: Was macht mich kreativ.

Schaut man mein Schreiben an, sind es die Feen. Also nicht die kleinen Flatterdinger, die in manchen Kramläden als Feen verkauft werden, sondern das, was man in der englischsprachigen Mythologie als Fae beziehungsweise Sidhe bezeichnet. Ich habe viel über solche Feen geschrieben und ich finde diese alterslosen, zwar menschenähnlichen aber doch absolut nicht menschlichen Wesen geben unheimlich viel Potential für die Schreiberei her. Dass sie wortwörtlich Wesen von einer anderen Welt sind, den Menschen aber ähnlich genug, um sich auch in sie verlieben und mit ihnen Kinder haben  zu können, macht sie zu natürlichen Spannungssteigerern einer Geschichte. Und die Tatsache, dass sie durch ihr andersweltliches Dasein auch nicht an irdische Moral gebunden sind, macht sie außerdem zu dankbaren Spiegeln, wenn ich die eine oder andere psychologische Eigenheit oder Dynamik spiegeln will. Insgesamt geben sie so eine perfekte Vorlage für Helfer des Protagonisten oder den Protagonisten selbst, aber ebenso für den Antagonisten, wenn nötig. Und das macht sie für mich im Fantasy-Setting unersetzlich.

Liest man die Frage aber im Sinne von, was mich für mein Leben inspiriert, kann ich nur sagen: Die Amazonen. Ja, ich weiß, die sind nur bedingt eine mythologische Kreatur, aber was von den ganzen Geschichten wahr, und was Mythos ist, kann man heute nicht mehr sagen. Aber da es genug Menschen gibt, die die Amazonen gänzlich ins Reich der Legenden verschieben, beschließe ich einfach, sie als Kreatur der Legenden zu verwenden.
Nein, keine Angst, ich bin kein männermordendes Monster, auch wenn es schon Leute gab, die das behaupten! Aber ich bin ein Mensch, den man sich mit einer Sache recht schnell zum Feind machen kann und zwar, indem man versucht, mir mein Leben aus der Hand zu nehmen! Und dementsprechend beeindruckt mich die Entschlossenheit der Amazonen, lieber auf die Liebe zu einem Mann zu verzichten, ja sogar ihre Söhne fortzugeben, anstatt sich unterzuordnen. Ich halte nicht viel von den Geschichten, die die Amazonen zu mörderischen Ungeheuern machen (kleine Anmerkung: Wenn man sich anschaut, wie die Griechen Athene darstellen, die ja angeblich die Göttin der Weisheit sein soll, muss man sich nicht über die schlechte Darstellung der Amazonen wundern), aber ich glaube auch nicht, dass die Geschichten von den Kriegerinnen am Thermodon erfunden ist (ich sage nur: Gräber von skythischen Kriegerinnen).
Ich kann mich, nicht zuletzt auch dank meiner Hobbies, durchaus mit den Amazonen identifizieren und sehe durchaus gewisse Parallelen, zwischen dem, wie die Amazonen lebten und dem, was man den Frauen heute nahelegen kann und sollte. Zum Beispiel die Tatsache, dass man auch für sich selbst einstehen können muss, wenn man sein Leben für sich selbst regeln will (und sind wir ehrlich, sich von anderen leben zu lassen, tut nicht gut!).
Ich glaube, ich könnte seitenlang darüber schreiben, was ich an den Amazonen bewundere und was ich auch für mich selbst können will. Da ich aber denke, dass das zu weit führen würde, beende ich diesen Post an dieser Stelle.

Eine kleine Anregung für die doch manchmal fürchterlich stressige Vorweihnachtszeit: Liebe Leser, nehmt euch fünf Minuten Zeit und überlegt euch euer inspirierendstes Wesen aus dem Reich der Legenden und warum das so ist. Ich freue mich auch, wenn ihr mir unter diesem Post eine Antwort hinterlasst.

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