?

Log in

No account? Create an account

NaNo Countdown: noch 9 Tage - Panik? Nee, das muss nicht sein!

Schuldeingeständnis vorneweg: Ich schreie auch ganz gern mal "Paaaanik!". Aber ich meine das in den seltensten Fällen für länger als zehn Minuten ernst.
Und jetzt, wo es keine zwei Wochen mehr bis zum NaNo sind und die Peitsche gegen den inneren Schweinehund schon bereit liegt, merke ich, dass es auf den NaNo zugeht. Bei mir, weil ich kribbelig werde, weil ich die Romananfänge durchgehe, mir überlege, was noch zu erledigen ist und beim Anblick schwindender Teevorräte auf den Kalender schiele, um mich daran zu erinnern, dass ich die noch aufstocken sollte. Das ist eine gute Art von Kribbeligkeit. Eine gute Art von Anspannung.
Leider geht es aber nicht allen Mitnanitinnen und - naniten so. Bei einigen hat die Pre-NaNo Panik eingesetzt und zwar massiv.
Und zwar nicht nur bei Neulingen, die einfach noch nicht wissen, ob 50.000 Wörter ein schaffbares Monatspensum oder ein Mount Everest sind, den man zwar theoretisch besteigen kann, aber dazu schon zur Elite gehören muss, sondern bei Veteranen, die schon bewiesen haben, dass sie den NaNo bezwingen können.
Und das tut mir dann jedes Mal besonders Leid.
Es ist schade um den Spaß, den sich diejenigen damit nehmen, aber natürlich tut das niemand mit Absicht. Aber manchmal wäre es wahrscheinlich hilfreich, wenn wir uns daran erinnern, dass auch unser Autorendasein nur ein Teil von uns ist. Und nur, weil wir bei einem SChreibprojekt "versagen" sind wir kein schlechter Autor. Und schon gar kein schlechter Mensch!
Pferdemensch der ich bin, versuche ich das an einem Beispiel meiner Reiterei zu verdeutlichen.
Als ich meine Reitbeteiligung bekam, war sie noch sehr jung und nicht das erfahrenste Pferd unter dem Sattel. Ich selbst war und bin nicht die erfahrenste Reiterin, was mir aber zum Teil auch den Druck nahm, irgend etwas können zu müssen.
Relativ schnell gelang es mir dann aber, ohne Sattel in allen Gangarten auf dem Rücken des Pferdes zu bleiben.
Hätte ich dann aber von mir gefordert, das jedes Mal besser hinzukriegen, oder auch nur in Zukunft jedes Mal ohne Sattel zu reiten oder was auch immer man noch als Steigerung nehmen will, wäre ich wahrscheinlich nach etlichen Stürzen frustriert dagestanden und hätte mich gefragt, ob ich mich wirklich so überschätzt habe.
Aber das hätte ich nicht, weil objektiv habe ich es hinbekommen und objektiv klappte auch alles immer besser.
Aber das hätte es nicht, wenn ich jedes Mal von mir gefordert hätte, mindestens auf dem Level zu bleiben, den ich beim vorherigen Mal erreicht hatte und mich als Versagerin gefühlt hätte, wenn es einmal nicht klappte, wenn ich an schlechteren Tagen doch wieder den Sattel auflegte, oder sogar nur vom Boden aus arbeitete, weil ich meinem Zustand oder ihrer Laune oder der Kombination aus beidem nicht mehr zutraute.
Und genau so ist es auch beim Schreiben. Habe ich es einmal ohne Sattel versucht und lege den Sattel dann wieder auf, weil ich feststelle, dass es besser für mich ist, ist das kein Versagen! Habe ich den NaNo einmal geschafft und schaffe ihn beim zweiten Mal nicht, ist es auch kein Versagen! jeder Schritt, bzw. jedes Wort führen mich näher zu meinem Ziel auch wenn ich es vielleicht nicht sofort erreiche!
Manchmal brauchen wir unsere Peitschen nicht für dne inneren SChweinehund, sondern für den inneren Kerkermeister!

Comments