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Rezi: Der Sohn der Amazone von Stefanie Philipp

Und noch ein beendetes Buch das ich rezensieren muss.

Erscheinungsdatum: Juni 2012
Klappentext: Was würdest Du tun, wenn das Kind, das Du zur Welt bringst, Dein Feind ist? Für die Amazone Raván sind Männer halbe Tiere und ihre gefährlichsten Feinde. Doch als sie wider Erwarten einen Sohn bekommt, bringt sie es nicht über sich, ihn zu töten. Durch die Liebe zu dem Jungen gerät ihre Welt aus den Fugen, und sie muss allen Mut und Klugheit aufbringen, um das Leben ihres Kindes zu retten.

Eigene Meinung: Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Amazonenfan bin. Und ein Fan von unkonventionellen Charakteren. Kombiniert man, wie in "Der Sohn der Amazone" beides, ist das für mich natürlich ein Traum!
Allerdings habe ich mit den Amazonen der Literatur häufig zwei Probleme. Entweder ist da irgendwo der Mensch verschwunden und nur die Kriegerin übrig geblieben, die scheinbar weder ein Gewissen, noch Gefühle kennt, oder aber aus der toughen Frau wird beim Auftauchen des ersten, natürlich gut aussehenden Mannes ein Weibchen, dem ich die Amazone nicht mehr abkaufe.
Raván ist da angenehm anders. Sie ist ein Mensch, mit Gefühlen, mit Macken und Fehlern, aber sie bleibt trotzdem immer eine Frau, der man das Attribut "stark" zuschreiben kann. Und die anderen Figuren können auf ihre Weise mithalten: ihre Mutter Banou, ihre Tochter Hastee, aber auch z.B. die Amazone Padideh, die ein leibhaftiger Albtraum zu sein scheint.
Die Figuren lieben, leiden und sind grausam, wie man es von Menschen erwarten kann. Und ihre Welt ist lebendig, so dass man glaubt, sie sehen zu können.
Dass sogar ich, die definitiv nicht nah am Wasser gebaut hat, bei einigen Szenen ganz schön schlucken musste, reicht glaube ich als Illustration für die emotionale Intensität, die die Autorin aufbaut.
Die Charakterentwicklung ist auf jeden Fall hervorragend beschrieben!
Rein von der Qualität des Buches her würde ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen, aber ich tue es nicht. Denn dieses Buch sollte nur lesen, wer zum einen nicht allzu zimperlich ist, denn es wird auch gemordet und skalpiert und zum anderen, wer es erträgt, dass Kinder in Lebensgefahr gebracht und zum Teil ebenfalls getötet werden. Sonst wäre dieses Buch zu schwere Kost.
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