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Rezi: Das Puppenzimmer von Maja Ilisch

Aufgrund des zickenden Kindles hat es lange gedauert, aber gestern habe ich endlich wieder ein Buch beendet, für das ich eine Rezi schreiben möchte. Den Gaslicht-Mystery-Roman "Das Puppenzimmer" von Maja Ilisch: http://ilisch.de/

Erscheinungsdatum: Juli 2013
Klappentext: „Seine Stimme war leise und samtig, ein bisschen melancholisch. Bei den dunkel umrandeten Augen war auch kaum etwas anderes möglich. ‚Meine Schwester und ich sind auf der Suche nach einem Mädchen … Einem ganz besonderen Mädchen.‘“

London im Jahr 1908. Drei Wege führen aus dem Waisenhaus: der Tod, das Arbeitshaus oder eine Adoption. Als die junge Florence in den Haushalt der Familie Molyneux aufgenommen wird, kann sie eigentlich aufatmen – doch sie erkennt schnell, dass etwas auf dem prachtvollen Landsitz Hollyhock ganz und gar nicht stimmt. Warum darf außer ihr niemand das Zimmer voller alter Puppen betreten? Wieso kann sie dort manchmal Kinderlachen hören und manchmal ein Weinen? Und welches düstere Geheimnis bergen der gutaussehende Rufus Molyneux und seine eiskalte Schwester? Florence ahnt noch nicht, wie gefährlich Neugier sein kann – und dass nicht nur ihr Leben auf dem Spiel steht ...

Ein Fantasy-Lesevergnügen: unheimlich, schaurig-schön und immer wieder anders als erwartet!

Eigene Meinung: Wer mich kennt, weiß, dass ich unkonventionelle Protas und Plottwists liebe. Kommt beides zusammen, hat das Buch beste Chancen, dass ich es zumindest mag.
Nun, Majas Beschreibungen über den Schreibprozess, die ich im Tintenzirkel mitverfolgen konnte, haben mir den Mund wässrig gemacht und ich wusste, dass ich dieses Buch lesen muss.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Von der ersten Seite an ist man in Florence (von der ich gar zu gerne wüsste, wie sie davor tatsächlich geheißen hat) drin und kann mit ihr mitfühlen, auch wenn man manchmal über ihre regelrechte Gefühlskälte den Kopf schütteln muss. Man kann sich jedenfalls vorstellen, wie wenig freundlich ihr Leben war, wenn man diesen Ton hört, äh liest. Aber ich sage eigentlich bewusst hört, denn bei dem Schreibstil hatte ich Florences Stimme im Ohr.
Ich will nicht spoilern, weshalb ich das, was ich jetzt schreibe, in Cuts setze, also bitte nur lesen, wenn ihr das Buch entweder schon kennt, oder kein Problem mit Spoilern habt.

Maja Ilisch stellt die Feen, auch wenn sie bei ihr größtenteils negativ sind, ziemlich genau so dar, wie ich sie mir vorstelle, nicht ganz menschlich aber definitv auch nicht als kleine Flatterwesen, die nur süß anzugucken sind.

Es lohnt sich also wirklich, dieses Buch zu lesen! Selbst wenn man, so wie ich übrigens, weder ein Fan von Grusel, noch einer der Viktorianer, bzw. Edwardianer, entschuldigung, ist! Allein die Erzählstimme Florences macht das Buch lesenswert! Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung und die Bitte an die Autorin: Ich will auch "Scherzi" haben!
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