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Denkzettel KW 34: Wenn der Frust anklopft - oder Wie man sich selbst den Kopf zurechtsetzt

Und wieder ein Blogpost, der mit einer Entschuldigung beginnt... Sorry für die lange Funkstille! Aber irgendwie war in letzter Zeit entweder zu viel los, oder ich hatte weder teilenswerte Gedanken, noch schreibtechnisch etwas zu berichten.

Nun aber zu dem, weswegen ich eigentlich hier schreibe.
Jeder von uns dürfte die Situation kennen, dass der Job nervt. Nervtötend langweilige Arbeit und man täte so viel lieber etwas Spannenderes, etwas, das mehr zurückgibt.
Ging mir erst Freitag so, dass ich im Lager zwischen den Regalreihen entlanggeschlurft bin und mich gefragt habe, wieso man so etwas Langweiliges überhaupt tun muss. Und dann habe ich mich plötzlich an mein FÖJ zurückerinnert. Die Arbeiten auf dem Hof konnten, je nachdem was zu machen war, auch stupide sein. Kartoffeln sortieren zum Beispiel. Aber da wurde ich immer mitgerissen von der Begeisterung, mit der die behinderten Menschen unter meiner Aufsicht ihre Arbeit taten und ich musste mir sagen, wenn diese Menschen an diesem Tag an meiner Stelle gewesen wären, sie wären stolz darauf gewesen, diese Arbeit zu tun. Sie hätten nämlich, und das nicht ganz zu Unrecht, gesagt: "Wenn ich nicht wäre, würden diese Bestellungen nicht rausgehen!"
So isses!
Und liebe Leser, das ist auch bei euch so! Wenn ihr eure Arbeit nicht machen würdet, wäre sie nicht gemacht!
Und ganz genau so ist es, wenn der Frust sich beim Schreiben bemerkbar macht. Wenn ihr die Geschichte nicht erzählen würdet, die ihr erzählt, dann würde sie unerzählt bleiben. Denn nein, niemand anders kann sie erzählen. Sonst wäre die Geschichte nicht zu euch gekommen.
Dieser Gedanke hilft übrigens auch gut gegen Schreibfrust!
Wenn es mal wieder hakt, ihr in euren eigenen Augen nur Schund erzählt und die Protas mal wieder zugeknöpft bis über die Nase sind, dann führt doch mal den Dialog mit ihnen, den ich vorgestern mit Awinita geführt habe.
Ich: "Du, sag mal, warum bist du denn zu mir gekommen?"
Awinita: "Äh ja, weil ich meine Geschichte demjenigen erzählen wollte, der auch Jaylenes Geschichte kennt..."
Ich: "Du wolltest mir also deine Geschichte erzählen?"
Awinita: "Ja."
Ich: "Warum tust du es dann nicht?"
Awinita: "Was nicht?"
Ich: "Du redest schon eine ganze Weile lang nicht mehr mit mir. Wenn du möchtest, dass deine Geschichte aufgeschrieben wird, dann musst du mit mir reden, sonst kann ich nichts aufschreiben!"
Awinita: "Hmm..." *wegguck*
Ich: "Awinita, ich meine es ernst! Du hast mir jetzt ungefähr die Hälfte deiner Geschichte erzählt. Wenn du wirklich willst, dass sie Seite an Seite mit der Geschichte Jaylenes in einem Buch steht, dann musst du schon mit mir reden. Ich bin hier immerhin diejenige, die Jaylenes Geschichte bereits aufgeschrieben hat! Ich bin demnach auch die Einzige, die deine Geschiche in dieses Manuskript reinschreiben kann!"
Und was soll ich sagen. Es hat funktioniert! Awinita redet mir mir.

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