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Apr. 20th, 2015

Alles neu macht der April

Ich wechsle das Blog. In Zukunft findet man mich hier: http://claudiamayerautorin.blogspot.de/

Der Grund dafür ist denkbar einfach. Ich gedenke, in nicht allzu ferner Zukunft zu veröffentlichen und da ich meinen realen Namen auf dem Cover sehen möchte und nicht den Nick "Rhiannon", werde ich auch mein Blog in Zukunft unter meinem Klarnamen führen.
Und da blogger mir mehr Möglichkeiten bietet, wechsle ich auch den Anbieter.

Dieser Account wird aus verschiedenen Gründen aktiv bleiben, aber neue Einträge sind hier nicht mehr zu erwarten.

Und so bleibt mir nur noch, euch viel Spaß auf dem neuen Blog zu wünschen! Ich versuche auch, regelmäßiger zu bloggen, als hier!

Dec. 13th, 2014

Wenn gesunder Menschenverstand mit der "Mehrheitsmeinung" kollidiert

oder auch: Wie Teile unserer Geschichte verschwinden.

Dass man als Autor die eine oder andere Verantwortung trägt, ist bekannt. Als Jugendbuchautor hat man zum Beispiel die Aufgabe, Identifikationsfiguren zu schaffen, die Jugendlichen als Vorbild dienen können, ohne dabei zerstörerische Klischees und Ähnliches weiterzutragen. Aber auch als Autor für Bücher, die Erwachsene ansprechen sollen hat man eine ähnliche Verantwortung.
Manchmal stellt man dabei fest, dass man sich selbst an der Nase packen muss, weil man eben selbst auch nicht frei von Vorurteilen etc. ist. Und weil man eben auch ein Kind der jeweiligen Gesellschaft ist. Aber manchmal stellt man dann auch fest, dass für einen selbst Dinge feststanden, die die Gesellschaft bisweilen nicht wahrhaben mag.

Als Autor schlägt man sich eben auch mit Dingen wie z.B. der Genderdiskussion herum. Über den Tintenzirkel bin ich dabei auf folgenden Artikel gestoßen: http://aidanmoher.com/blog/featured-article/2013/05/we-have-always-fought-challenging-the-women-cattle-and-slaves-narrative-by-kameron-hurley/
Und jener Artikel schreibt letzten Endes über das, was mir spätestens in dem Moment klar war, als ich mit Kampfsport angefangen habe. Dass heutzutage Mädchen durchaus die Möglichkeit haben, auch Kampfsport zu machen, mag wenig verwunderlich sein. Aber spätestens, als ich mit Karate begann, habe ich zum einen gesehen, dass es für Mädchen und Frauen nicht härter ist, als für Jungs und Männer. Einige Wurftechniken etc. sind für die häufig doch körperlich unterlegenen Frauen nicht unbedingt umsetzbar, aber dafür gibt es andere Techniken, die genau das ausgleichen.
Und so kam ich in meinen jungen Jahren gar nicht auf die Idee, dass es anders sein könnte, als dass es schon immer kämpfende Frauen gegeben hat. Die einfache Logik dahinter war für mich: "Wenn jahrhundertealte Techniken heute für Frauen funktioniere, haben sie das auch früher getan, also wurden sie auch früher angewendet."
Und dann wurde ich älter, kam zum Schreiben und musste auch lernen, dass es Menschen gab, die meine Kampfkunstbegeisterung naserümpfend betrachteten. Und ich kam zum Geschichtsunterricht in der Schule und stieß irgendwie nur auf Männer. Fragte man nach kämpfenden Frauen kam vielleicht Jeanne d'Arc, vielleicht packte irgendjemand noch die, jedoch schnell wieder in Reich der Legenden verwiesenen, Amazonen aus und das wars dann auch schon. Mit Sicherheit real existierende kämpfende Frauen wie Boudicca, Grace O'Malley und Caterina Sforza, um nur einmal einige Europäerinnen zu nennen, sind irgendwie komplett aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden.
Gut, man könnte jetzt natürlich die Theorie anführen, dass es daher kam, dass sie gescheitert sind. Boudiccas Rebellion wurde niedergeschlagen, Caterina Sforza konnte sich ebenfalls nicht ewig gegen die Borgias und die Medicis wehren. Aber es sind auch andere Rebellionen gescheitert und deren Anführer wurden trotzdem berühmt. Und Grace O'Malley wurde z.B. von Königin Elizabeth I. höchstpersönlich begnadigt.
Von daher greift die Theorie in meinen Augen nicht. Es ist wohl viel eher so, dass die Allgemeinheit solche Menschen gerne vergisst, um bequem bei den alten Denkmustern bleiben zu können, wo auch immer die herkommen.
Es ist nur manchmal interessant, wenn man als Querdenker dann auf einmal Beweise dafür bekommt, dass der gesunde Menschenverstand eben doch noch funktioniert und die Geschichte sich eben nicht den Wünschen mancher Menschen beugt.
Und wenn das nächste Mal irgendjemand erzählt, dass es in der Zeit vor den heutigen Schusswaffen einer Frau ja gar nicht möglich war, gegen die Männer anzukommen, dann kann ich, die selbst Langschwertfechten betreibt, nur müde lächeln.

Oct. 26th, 2014

NaNo-Countdown und Protagonisten-Chaos

Irgendwie ist dieses Jahr zu schnell vorbei, stelle ich gerade fest. Wie oft habe ich gebloggt? Viel zu selten auf jeden Fall. Dabei hatte ich mir eigentlich fest vorgenommen, mein Blog nicht völlig verstauben zu lassen. Und überhaupt, warum ist schon wieder Ende Oktober? Es sind nun noch 6 Tage bis der allgemeine Wahnsinn der Autoren aka. NaNoWriMo beginnt.
Und genau nach Wahnsinn fühle ich mich gerade.

Vor einigen Tagen bloggte meine Autorenkollegin Sabrina Železný in ihrem Blog folgenden Artikel: http://www.sabrinarequipa.lima-city.de/wordpress/aus-dem-autorenleben/ Und was soll ich sagen? Ganz ähnlich sieht es bei mir gerade auch aus.

Ich sitze am Schreibtisch und surfe so vor mich hin, da werde ich ungeduldig angestoßen. "Na, was ist jetzt, hä?" Etwas erstaunt wegen der ruppigen Tonfalls drehe ich mich um und blicke der Protagonistin aus einem meiner neusten, noch namenlosen Projekte ins Gesicht. "Evanee, du bist noch nicht dran! Das hab ich dir aber schon x Mal gesagt!" "Na und? Du hast Zeit, mach was!" Okay, wo sie Recht hat, hat sie Recht! Ich greife nach dem eReader, um noch ein wenig Korrektur zu lesen. Moment mal, das ist nicht mein eReader. Von meiner rechten Seite kommt Gelächter. "War nur eine kleine Übung!", mit diesen Worten gibt mir eine meiner NaNo-Protagonistinnen den Reader zurück. "Hope, das ist nicht lustig!"

Ich verziehe mich in die Dusche, um vor der Rasselbande Ruhe zu haben und da tritt mir die Protagonistin eines alten, so lange, dass ich es schon fast als tot erklärt habe, auf Eis gelegten Projekts entgegen: "Du, ich hab nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass... " "Igraine, egal, was du zu sagen hast, tu es nach dem NaNo!", bitte ich. Igraine ist immerhin nicht so penetrant und macht den Mund zu. Was mir jedoch keine Ruhe bringt, denn prompt beginnt ein gemischter Chor aus anderen Protagonisten aus meinem Schlafzimmer zu quasseln. Meine Bitte um Ruhe verhallt ungehört. Fiorenza, NaNo-Protagonistin 2, möchte mir helfen und versucht, den Chor mit einer Akrobatik-Darbietung abzulenken. Das gelingt auch, aber wen sie damit ebenfalls ablenkt, bin ich.
Und doch schafft sie es nicht genug, um das kleine Stimmchen auszuschalten, das mir erzählt: "Du könntest im NaNo ja aber auch..."

Kennt ihr das? Dieses allgemeine Gequassel vor dem NaNo? So kann ich nicht arbeiten!

May. 19th, 2014

Aus der Hexenküche: Schwarztee selber machen

Long time, no see...
Mit dem einziehenden Sommer hat mich mal wieder der Aufräum-, DIY- und Alles sommertauglich mach- Wahn gepackt. Und nachdem ich heute spontan beschlossen habe, mich mal wieder am Fermentieren von Teeblättern zu versuchen, dachte ich, das wäre doch auch was für einen Blogeintrag.
Wer weiß, vielleicht kann es jemand von euch, liebe Leser auch brauchen, entweder weil selber Teejunkie, oder auch, weil man diese Herstellung auch jedem pseudo-mittelalterlichen Kräuterweibchen andichten kann.

Wie manche von euch wohl wissen, ist Schwarztee nichts anderes, als fermentierter Grüntee, man kann also prinzipiell jedes grüne Blatt fermentieren. Brombeerblätter zum Beispiel schmecken wirklich ziemlich nach Tee, ohne jedoch das Teein zu beinhalten, Brombeerschwarztee kann man also auch noch in der Nacht trinken.

Mein Experiment heute umfasst jedoch Melisse und Minze. Wie es schmeckt, keine Ahnung, ich probiere das selber zum ersten Mal.

Funktionieren tut das Ganze sehr einfach. Und zwar folgendermaßen.

1. Die gewünschten Blätter (in meinem Fall wie schon gesagt Minze und Melisse) werden so lange in die Sonne oder zumindest an einen warmen Platz gelegt, bis sie welk sind. Das ist wichtig, weil sonst die folgenden Schritte nicht besonders gut gehen.
2. Die welken Blätter werden zwischen feuchten Händen gerollt und zerknittert. Dies dient dem aufbrechen der Zellwände, dass die Flüssigkeit austreten kann, anders ist die Fermentation nicht möglich.
3.Die zerknitterten Blätter werden eng in Frischhaltefolie gerollt. Wichtig ist, dass das Paket wirklich luftdicht ist. Wie wir wissen, ist Belüftung für Gärung nicht förderlich. Bitte auch darauf achten, dass die Blätter wirklich feucht sind, aber bitte nicht nass!
4. Das Paket mit den Blättern wird entweder an einen warmen Ort gestellt (mindestens 30 Grad), oder, was zuverlässiger funktioniert, am Körper getragen. Für Frauen bietet es sich an, das Päckchen in den BH zu klemmen. Hosentaschen sind keine gute Idee, weil sie die Blätter zerquetschen, was wir nicht wollen.
5. Nach etwa 2- 3 Stunden wird das Päckchen geöffnet und die Blätter angeschaut. Die, die sich dunkelbraun bis schwärzlich verfärbt haben, sind fertig und werden auf Küchenkrepp zum Trocknen ausgebreitet. Für die anderen die Schritte 2-4 nochmal wiederholen und nochmal 1-2 Stunden mit den Blättern verbringen.
6. Die getrockneten Blätter zerkrümeln und fertig ist der Tee.

Es bietet sich bei Mitbewohnern an, diese über das Vorhaben zu informieren, denn vor allem die braunschwarzen Blätter bei Schritt 5 verleiten manchen Ordnungsliebhaber dazu, sie wegzuwerfen, wenn dies nicht schon mit den welken Blättern von Schritt 1 passiert.

Ich habe jetzt leider nicht daran gedacht, Fotos zu machen, so diese gewünscht werden, reiche ich sie bei der nächsten Fermentation nach, ebenso wie die Information, wie das fermentierte Melisse-Minze-Gemisch schmeckt.

Edit: 20.05.14: Die erste Tasse ist probiert. Mmmh, lecker! Schmeckt wie Schwarztee, aber man schmeckt immer noch die Minze raus, richtig lecker! Das war nicht der letzte Versuch mit diesen Kräutern!

Jan. 29th, 2014

Selbstversuch: Pomodoro-Tag

Wooops, habe ich wirklich seit letztem Jahr nicht mehr gebloggt? Nicht mal ein Fazit geschrieben? Es scheint so. Nun, das Fazit muss dann eben noch warten, aber ich kann euch, liebe Leser, noch sehr verspätet ein gutes Neues Jahr wünschen.
Und irgendwie passt dieser Anfang ironischerweise sehr gut zu dem, worüber ich jetzt bloggen will. Und zwar bleibe ich seit Tagen hinter meiner erwünschten Produktivität zurück. Ich schreibe weniger, als ich will und beim Aufräumen bin ich so langsam, dass ich irgendwie wieder Chaos habe, bevor ich wirklich fertig bin, mit dem Aufräumen.
Jetzt bekomme ich aber Freitag Übernachtungsbesuch, der über das Wochenende bleibt, ich schreibe am Freitag eine Klausur, für die ich noch lernen muss und ich will noch ein paar Wörter geschrieben bekommen, ehe der Januar vorbei ist, dass ich mit nicht allzu großem Rückstand in den Februar starte.
Jetzt habe ich aber das zweifelhafte Glück, dass meine Vorlesungen vorbei sind und damit die Zeiteinteilung von außen wegfällt. Ich kann mich nicht mehr damit antreiben, dass ich das und das unbedingt noch vor der Vorlesung schaffen muss, oder dass ich das genau jetzt machen muss, weil ich wegen einer frühen Vorlesung früh ins Bett muss. Ergebnis: Ich trödle, ich lasse mich ablenken und schaffe nichts, obwohl ich doch Zeit hätte.
Und jetzt reicht es mir! Ich werde mich heute also nicht auf meine, erkennbar nicht vorhandene, Disziplin verlassen, sondern etwas anderes probieren. Und zwar die Pomodoro-Technik. Nein, ich habe nicht vor, irgendwas mit Tomaten zu machen., sondern das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Pomodoro-Technik
Und zwar indem ich abwechselnd lerne, aufräume und schreibe.
Ich werde hier vermerken, ob das klappt. Und zwar habe ich vor, bis heute Abend 21 Uhr zu machen. Dann ist Feierabend.
Und zwar werde ich bei der Abfolge der Pomodori versuchen, folgende Reihenfolge beizubehalten:
Aufräumen, 5 Min Pause, Lernen, 5 Min Pause, Schreiben, 20 Minuten Pause.
So müsste ich mein Chaos heute beseitigt kriegen, hoffe ich.
In den 20-Minuten-Pausen wird es unter anderem hier Rückmeldung geben. Ich bin dann mal gespannt, was ich schaffe.

Edit 15:54:  So, erst Mal einen Denkfehler gemacht, den ich jetzt beseitigt habe und beschlossen, die Pomodori auf drei Mal zu legen, irgendwie ist zwei Mal hintereinander Aufräumen auch eine blöde Idee. Ansonsten bin ich mit den ersten 1,5 Stunden recht zufrieden. Mein Zimmer ist, mindestens augenscheinlich, recht ordentlich geworden. Den Ecken rücke ich beim nächsten Pomodoro zu Leibe. Ich hab beim Lernen was geschafft und außerdem stehen für heute schon mal 830 Wörter, was für 25 Minuten nicht ganz schlecht ist.
Edit 17:40 : Uff, ich habe jetzt meinen gesamten Papierkram sortiert, weitergelernt und bin mit dem Lernstoff für heute tatsächlich durchgekommen und noch einal 901 Wörter zu Papier gebracht. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Produktivität. Ich werde nach der Pause allerdings erstmal nur noch ein Aufräumpomodoro machen, in dem ich der Küche zu Leibe rücken werde und dann erst einmal Kochen und Essen, wofür es sonst zu spät wird, aber dann geht es weiter mit abwechselnd Aufräumen und Schreiben. Mal sehen, was da heute noch so geht.

Dec. 17th, 2013

Mythologische Wesen als Inspirationsquelle oder "Vorbild"

S.J. Tucker s00j schrieb in ihrem Blog den Post: "Mythic Beasties and why we love the". Dieser entstand auf die Frage hin, welche mythologische Kreatur sie am meisten inspiriere und warum.
Als Schreiberling, der sein Herz an die Fantasy verloren hat, ist diese Frage natürlich auch etwas für mich.

Ich muss jedoch hier eine Unterteilung vornehmen. Es kommt darauf an, ob man die Frage auslegt, als: Was inspiriert mich überhaupt für mein Leben? oder ob man daraus liest: Was macht mich kreativ.

Schaut man mein Schreiben an, sind es die Feen. Also nicht die kleinen Flatterdinger, die in manchen Kramläden als Feen verkauft werden, sondern das, was man in der englischsprachigen Mythologie als Fae beziehungsweise Sidhe bezeichnet. Ich habe viel über solche Feen geschrieben und ich finde diese alterslosen, zwar menschenähnlichen aber doch absolut nicht menschlichen Wesen geben unheimlich viel Potential für die Schreiberei her. Dass sie wortwörtlich Wesen von einer anderen Welt sind, den Menschen aber ähnlich genug, um sich auch in sie verlieben und mit ihnen Kinder haben  zu können, macht sie zu natürlichen Spannungssteigerern einer Geschichte. Und die Tatsache, dass sie durch ihr andersweltliches Dasein auch nicht an irdische Moral gebunden sind, macht sie außerdem zu dankbaren Spiegeln, wenn ich die eine oder andere psychologische Eigenheit oder Dynamik spiegeln will. Insgesamt geben sie so eine perfekte Vorlage für Helfer des Protagonisten oder den Protagonisten selbst, aber ebenso für den Antagonisten, wenn nötig. Und das macht sie für mich im Fantasy-Setting unersetzlich.

Liest man die Frage aber im Sinne von, was mich für mein Leben inspiriert, kann ich nur sagen: Die Amazonen. Ja, ich weiß, die sind nur bedingt eine mythologische Kreatur, aber was von den ganzen Geschichten wahr, und was Mythos ist, kann man heute nicht mehr sagen. Aber da es genug Menschen gibt, die die Amazonen gänzlich ins Reich der Legenden verschieben, beschließe ich einfach, sie als Kreatur der Legenden zu verwenden.
Nein, keine Angst, ich bin kein männermordendes Monster, auch wenn es schon Leute gab, die das behaupten! Aber ich bin ein Mensch, den man sich mit einer Sache recht schnell zum Feind machen kann und zwar, indem man versucht, mir mein Leben aus der Hand zu nehmen! Und dementsprechend beeindruckt mich die Entschlossenheit der Amazonen, lieber auf die Liebe zu einem Mann zu verzichten, ja sogar ihre Söhne fortzugeben, anstatt sich unterzuordnen. Ich halte nicht viel von den Geschichten, die die Amazonen zu mörderischen Ungeheuern machen (kleine Anmerkung: Wenn man sich anschaut, wie die Griechen Athene darstellen, die ja angeblich die Göttin der Weisheit sein soll, muss man sich nicht über die schlechte Darstellung der Amazonen wundern), aber ich glaube auch nicht, dass die Geschichten von den Kriegerinnen am Thermodon erfunden ist (ich sage nur: Gräber von skythischen Kriegerinnen).
Ich kann mich, nicht zuletzt auch dank meiner Hobbies, durchaus mit den Amazonen identifizieren und sehe durchaus gewisse Parallelen, zwischen dem, wie die Amazonen lebten und dem, was man den Frauen heute nahelegen kann und sollte. Zum Beispiel die Tatsache, dass man auch für sich selbst einstehen können muss, wenn man sein Leben für sich selbst regeln will (und sind wir ehrlich, sich von anderen leben zu lassen, tut nicht gut!).
Ich glaube, ich könnte seitenlang darüber schreiben, was ich an den Amazonen bewundere und was ich auch für mich selbst können will. Da ich aber denke, dass das zu weit führen würde, beende ich diesen Post an dieser Stelle.

Eine kleine Anregung für die doch manchmal fürchterlich stressige Vorweihnachtszeit: Liebe Leser, nehmt euch fünf Minuten Zeit und überlegt euch euer inspirierendstes Wesen aus dem Reich der Legenden und warum das so ist. Ich freue mich auch, wenn ihr mir unter diesem Post eine Antwort hinterlasst.

Dec. 4th, 2013

100k in einem Monat? Schaffbar!

Der NaNo ist vorüber und mit ihm der Monat des absoluten Größenwahnsinns. Dass Autoren im November dem kollektiven Wahnsinn des NaNos anheim fallen, ist ja schon bekannt. Dass mich der Wahnsinn dieses Jahr im Doppelpack erwischt hat, wohl ebenso. Und als wäre das nicht genug, hatte ich diesen November auch noch etliche Referate als Prüfungen für die Uni zu halten. Also etwas, das mich schon beim einfachen Wahnsinn aufstöhnen lassen hätte.
Aber was soll ich sagen. Ich habe es geschafft! Gute Noten in der Uni UND 100k in einem Monat! Immer wollte ich das nicht machen müssen, denn mir sitzt der November noch ein wenig in den Knochen, aber es ist schaffbar! Und ich muss sagen, trotz der Tatsache, dass es Tage gab, an denen ich mich gefragt habe, warum genau ich mir das angetan habe,hat der November trotz doppeltem Pensum und zwei Romanen Spaß gemacht und beide dementsprechend um 50k vorangebracht.
Dass ich jetzt so wahnsinnig bin, zu versuchen, sie auch zu beenden, ist meinem Wahnsinn geschuldet, ja, aber es macht Spaß! Und ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell Feuer für meine Dystopie fange.
Es macht Spaß, das zu schreiben, mindestens, wenn ich nicht gerade schniefend vor dem Bildschirm sitze, weil ich meine eigene Bosheit als fast zu heftig empfinde. Und das hätte ich bei einer derart heftigen Dystopie nie gedacht!

Oct. 27th, 2013

NaNo Countdown: noch 4 Tage - Einstimmung auf den Wahnsinn

Draußen herrscht Weltuntergangsstimmung. Der erste Herbststurm hat uns erwischt. Ich sitze mit einem schönen, heißen Tee in der warmen Stube und lausche dem Prasseln des Regens und dem Krach, den der Wind mit den Bäumen uns sonstigen losen Gegenständen im Garten veranstaltet.
Und ich freue mich auf den NaNo , wenn ich wieder schneller als der Wind tippen kann. Wenn mir Regen und Sturm wieder ein Alibi dafür verschaffen, dass ich den ganzen Tag im Zimmer sitzen und tippen kann.
Jaja, ich freue mich auf den kollektiven Wahnsinn im Team Tintenzirkel und dem Schwung für das neue Schreibjahr, das ja nun bald folgt.
Soo, ich stürze mich jetzt voller Motivation wieder in meine Hausarbeiten, dass ich vor dem November noch ordentlich was weggeschafft kriege.
Und denkt daran, liebe Naniten, morgen ist Montag, ab da kann man Teevorräte,Futter und alles was der Schreiberling zum Überleben braucht, wieder aufstocken! Tut das auch, dass der NaNo nicht gleich mit Mangel beginnt!
Und nun, fertig machen zum Landeanflug auf den Schreibwahnsinn!

Oct. 22nd, 2013

NaNo Countdown: noch 9 Tage - Panik? Nee, das muss nicht sein!

Schuldeingeständnis vorneweg: Ich schreie auch ganz gern mal "Paaaanik!". Aber ich meine das in den seltensten Fällen für länger als zehn Minuten ernst.
Und jetzt, wo es keine zwei Wochen mehr bis zum NaNo sind und die Peitsche gegen den inneren Schweinehund schon bereit liegt, merke ich, dass es auf den NaNo zugeht. Bei mir, weil ich kribbelig werde, weil ich die Romananfänge durchgehe, mir überlege, was noch zu erledigen ist und beim Anblick schwindender Teevorräte auf den Kalender schiele, um mich daran zu erinnern, dass ich die noch aufstocken sollte. Das ist eine gute Art von Kribbeligkeit. Eine gute Art von Anspannung.
Leider geht es aber nicht allen Mitnanitinnen und - naniten so. Bei einigen hat die Pre-NaNo Panik eingesetzt und zwar massiv.
Und zwar nicht nur bei Neulingen, die einfach noch nicht wissen, ob 50.000 Wörter ein schaffbares Monatspensum oder ein Mount Everest sind, den man zwar theoretisch besteigen kann, aber dazu schon zur Elite gehören muss, sondern bei Veteranen, die schon bewiesen haben, dass sie den NaNo bezwingen können.
Und das tut mir dann jedes Mal besonders Leid.
Es ist schade um den Spaß, den sich diejenigen damit nehmen, aber natürlich tut das niemand mit Absicht. Aber manchmal wäre es wahrscheinlich hilfreich, wenn wir uns daran erinnern, dass auch unser Autorendasein nur ein Teil von uns ist. Und nur, weil wir bei einem SChreibprojekt "versagen" sind wir kein schlechter Autor. Und schon gar kein schlechter Mensch!
Pferdemensch der ich bin, versuche ich das an einem Beispiel meiner Reiterei zu verdeutlichen.
Als ich meine Reitbeteiligung bekam, war sie noch sehr jung und nicht das erfahrenste Pferd unter dem Sattel. Ich selbst war und bin nicht die erfahrenste Reiterin, was mir aber zum Teil auch den Druck nahm, irgend etwas können zu müssen.
Relativ schnell gelang es mir dann aber, ohne Sattel in allen Gangarten auf dem Rücken des Pferdes zu bleiben.
Hätte ich dann aber von mir gefordert, das jedes Mal besser hinzukriegen, oder auch nur in Zukunft jedes Mal ohne Sattel zu reiten oder was auch immer man noch als Steigerung nehmen will, wäre ich wahrscheinlich nach etlichen Stürzen frustriert dagestanden und hätte mich gefragt, ob ich mich wirklich so überschätzt habe.
Aber das hätte ich nicht, weil objektiv habe ich es hinbekommen und objektiv klappte auch alles immer besser.
Aber das hätte es nicht, wenn ich jedes Mal von mir gefordert hätte, mindestens auf dem Level zu bleiben, den ich beim vorherigen Mal erreicht hatte und mich als Versagerin gefühlt hätte, wenn es einmal nicht klappte, wenn ich an schlechteren Tagen doch wieder den Sattel auflegte, oder sogar nur vom Boden aus arbeitete, weil ich meinem Zustand oder ihrer Laune oder der Kombination aus beidem nicht mehr zutraute.
Und genau so ist es auch beim Schreiben. Habe ich es einmal ohne Sattel versucht und lege den Sattel dann wieder auf, weil ich feststelle, dass es besser für mich ist, ist das kein Versagen! Habe ich den NaNo einmal geschafft und schaffe ihn beim zweiten Mal nicht, ist es auch kein Versagen! jeder Schritt, bzw. jedes Wort führen mich näher zu meinem Ziel auch wenn ich es vielleicht nicht sofort erreiche!
Manchmal brauchen wir unsere Peitschen nicht für dne inneren SChweinehund, sondern für den inneren Kerkermeister!

Oct. 8th, 2013

NaNo Countdown: noch 23 Tage - Über Selbstgeißelung der Autoren und die Produktivität

Geben wir es doch zu, wir Autoren sind des Öfteren nicht nett! Manchmal muss die Umgebung daran glauben, die es wieder einmal gewagt hat, uns aus der kreativen Versenkung zu reißen. Manchmal sind es die Musen, die wir lynchen würden, wenn wir sie nur sehen könnten. Und manchmal sind wir auch nicht nett gegenüber uns selbst. Sei es, dass wir Nachtschichten schieben, obwohl wir am nächsten Tag aufstehen müssen, sei es, dass wir uns kaum einhaltbare Deadlines stecken und sei es einfach nur, dass wir niemals zufrieden sind.
Ja, ich stehe zu all dem! Und ich gebe auch zu, dass ich noch weniger nett bin, wenn ich trotz aller Bemühungen nicht in den Flow komme.
Und nun, wo der NaNo näher rückt und ich schon ganz kribbelig bin, weil ich endlich anfangen will, zu schreiben, überlegt man sich natürlich schon, wie man die Produktivität hochhält, vor allem weil ich ja zwei NaNos schreiben will.
Und wie ich so in mein Vorglüh-Sheet gucke, fällt mir auf, dass ich heuer noch nicht eine einzige Nullrunde geschoben habe, diesen Oktober, sondern immer wunderbar mein Pensum locker geschafft habe (gut, nur für einen NaNo, aber irgendwo muss da ja noch Luft sein!).
Und ich kann zudem noch zeichnen, ohne mir dann für das Schreiben das Wasser abzugraben. Nebenher studiere ich auch noch... Woher kommt den auf einmal die ganze Energie? Ganz einfach, ich habe beschlossen, den autorentypischen Masochismus mal für ein Weilchen abzulegen und zu versuchen, nett zu mir zu sein. Was habe ich davon, wenn ich etwas erzwinge, auf Kosten meines Wohlbefindens, wenn ich dann am Ende keinen Spaß mehr an den Geschichten habe, auf die ich mich so gefreut hab?
Gerade jetzt, wo der NaNo ansteht, sollten wir Autoren schauen, dass wir unsere Kräfte zusammenhalten und auch mal nett zu uns sind, denn im NaNo werden wir das nicht sein!
Und ebenso wie ausgepumpt loszulaufen eher zum Zusammenbruch, als zum Runner's High führt, wird ausgepumpt loszuschreiben zu etwas Ähnlichem führen und nicht zum Writer's High! Also sind wir nett. Wir haben es auch mal verdient! Wirklich!

Oct. 4th, 2013

NaNo Countdown noch 27 Tage

Es sind jetzt noch weniger als vier Wochen bis zum NaNoWriMo (wer nicht weiß, das das sein soll, schaue auf nanowrimo.org nach). Und was soll ich sagen: Ich schreibe dieses Jahr zwei NaNos... Nein, ich bin nicht irre, nur verrückt!
Natürlich versuchen wir Autoren alle, die Latte höher zu legen. Das tut wahrscheinlich jeder, der nach Verbesserung strebt immer und immer wieder. Natürlich liegt es auch daran, dass ich nach fünf geschriebenen und vier gewonnenen NaNos langsam eine neue Herausforderung brauche. Ja, ich will mir auch beweisen, dass nicht nur 1.667 Wörter am Tag möglich sind, sondern auch 3.334 pro Tag. Aber der wahre Grund für meine Verrücktheit ist ein anderer. Einer, der je nach Meinung des Gefragten aber auf das selbe hinausläuft wie Verrücktheit an sich: Ich bin verliebt, in meine Charaktere, in meine Geschichten.
Und allein deshalb werde ich versuchen, die Geschichten auch zu erzählen. Wenn man dafür brennt, sollte man es ja auch tun, nicht?
Es wird wahrscheinlich happig werden und auf Kosten meines Wohlbefindens werde ich es auch nicht durchknüppeln, denn davon habe ich nichts und die Geschichten, die ich so liebe, auch nicht! Aber ich werde es versuchen! Im NaNo besteht die Möglichkeit über sich selbst hinauszuwachsen. Und genau das habe ich sowohl mit meiner Dystopie, als auch mit meiner Gauklergeschichte vor.
Wir werden sehen, ob ich am Ende des Novembers mit 100.000 Wörtern dastehe und jubeln kann, oder ob ich eher jaulen muss.
Aber die Geschichten haben es verdient, dass ich es versuche, schon allein weil ich es schon lange nicht mehr hatte, dass ich in jeden einzelnen Charakter so verliebt war.
Haach, das musste ich auch einmal erzählen!

Sep. 25th, 2013

Rezi: Der Sohn der Amazone von Stefanie Philipp

Und noch ein beendetes Buch das ich rezensieren muss.

Erscheinungsdatum: Juni 2012
Klappentext: Was würdest Du tun, wenn das Kind, das Du zur Welt bringst, Dein Feind ist? Für die Amazone Raván sind Männer halbe Tiere und ihre gefährlichsten Feinde. Doch als sie wider Erwarten einen Sohn bekommt, bringt sie es nicht über sich, ihn zu töten. Durch die Liebe zu dem Jungen gerät ihre Welt aus den Fugen, und sie muss allen Mut und Klugheit aufbringen, um das Leben ihres Kindes zu retten.

Eigene Meinung: Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Amazonenfan bin. Und ein Fan von unkonventionellen Charakteren. Kombiniert man, wie in "Der Sohn der Amazone" beides, ist das für mich natürlich ein Traum!
Allerdings habe ich mit den Amazonen der Literatur häufig zwei Probleme. Entweder ist da irgendwo der Mensch verschwunden und nur die Kriegerin übrig geblieben, die scheinbar weder ein Gewissen, noch Gefühle kennt, oder aber aus der toughen Frau wird beim Auftauchen des ersten, natürlich gut aussehenden Mannes ein Weibchen, dem ich die Amazone nicht mehr abkaufe.
Raván ist da angenehm anders. Sie ist ein Mensch, mit Gefühlen, mit Macken und Fehlern, aber sie bleibt trotzdem immer eine Frau, der man das Attribut "stark" zuschreiben kann. Und die anderen Figuren können auf ihre Weise mithalten: ihre Mutter Banou, ihre Tochter Hastee, aber auch z.B. die Amazone Padideh, die ein leibhaftiger Albtraum zu sein scheint.
Die Figuren lieben, leiden und sind grausam, wie man es von Menschen erwarten kann. Und ihre Welt ist lebendig, so dass man glaubt, sie sehen zu können.
Dass sogar ich, die definitiv nicht nah am Wasser gebaut hat, bei einigen Szenen ganz schön schlucken musste, reicht glaube ich als Illustration für die emotionale Intensität, die die Autorin aufbaut.
Die Charakterentwicklung ist auf jeden Fall hervorragend beschrieben!
Rein von der Qualität des Buches her würde ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen, aber ich tue es nicht. Denn dieses Buch sollte nur lesen, wer zum einen nicht allzu zimperlich ist, denn es wird auch gemordet und skalpiert und zum anderen, wer es erträgt, dass Kinder in Lebensgefahr gebracht und zum Teil ebenfalls getötet werden. Sonst wäre dieses Buch zu schwere Kost.
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Sep. 24th, 2013

Rezi: Das Puppenzimmer von Maja Ilisch

Aufgrund des zickenden Kindles hat es lange gedauert, aber gestern habe ich endlich wieder ein Buch beendet, für das ich eine Rezi schreiben möchte. Den Gaslicht-Mystery-Roman "Das Puppenzimmer" von Maja Ilisch: http://ilisch.de/

Erscheinungsdatum: Juli 2013
Klappentext: „Seine Stimme war leise und samtig, ein bisschen melancholisch. Bei den dunkel umrandeten Augen war auch kaum etwas anderes möglich. ‚Meine Schwester und ich sind auf der Suche nach einem Mädchen … Einem ganz besonderen Mädchen.‘“

London im Jahr 1908. Drei Wege führen aus dem Waisenhaus: der Tod, das Arbeitshaus oder eine Adoption. Als die junge Florence in den Haushalt der Familie Molyneux aufgenommen wird, kann sie eigentlich aufatmen – doch sie erkennt schnell, dass etwas auf dem prachtvollen Landsitz Hollyhock ganz und gar nicht stimmt. Warum darf außer ihr niemand das Zimmer voller alter Puppen betreten? Wieso kann sie dort manchmal Kinderlachen hören und manchmal ein Weinen? Und welches düstere Geheimnis bergen der gutaussehende Rufus Molyneux und seine eiskalte Schwester? Florence ahnt noch nicht, wie gefährlich Neugier sein kann – und dass nicht nur ihr Leben auf dem Spiel steht ...

Ein Fantasy-Lesevergnügen: unheimlich, schaurig-schön und immer wieder anders als erwartet!

Eigene Meinung: Wer mich kennt, weiß, dass ich unkonventionelle Protas und Plottwists liebe. Kommt beides zusammen, hat das Buch beste Chancen, dass ich es zumindest mag.
Nun, Majas Beschreibungen über den Schreibprozess, die ich im Tintenzirkel mitverfolgen konnte, haben mir den Mund wässrig gemacht und ich wusste, dass ich dieses Buch lesen muss.
Und ich wurde nicht enttäuscht. Von der ersten Seite an ist man in Florence (von der ich gar zu gerne wüsste, wie sie davor tatsächlich geheißen hat) drin und kann mit ihr mitfühlen, auch wenn man manchmal über ihre regelrechte Gefühlskälte den Kopf schütteln muss. Man kann sich jedenfalls vorstellen, wie wenig freundlich ihr Leben war, wenn man diesen Ton hört, äh liest. Aber ich sage eigentlich bewusst hört, denn bei dem Schreibstil hatte ich Florences Stimme im Ohr.
Ich will nicht spoilern, weshalb ich das, was ich jetzt schreibe, in Cuts setze, also bitte nur lesen, wenn ihr das Buch entweder schon kennt, oder kein Problem mit Spoilern habt.
Read more...Collapse )
Es lohnt sich also wirklich, dieses Buch zu lesen! Selbst wenn man, so wie ich übrigens, weder ein Fan von Grusel, noch einer der Viktorianer, bzw. Edwardianer, entschuldigung, ist! Allein die Erzählstimme Florences macht das Buch lesenswert! Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung und die Bitte an die Autorin: Ich will auch "Scherzi" haben!
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Sep. 21st, 2013

Alle Jahre wieder: NaNo-Fieber

Jaja, dieses Jahr hat es mich verdammt früh verdammt heftig erwischt. Normalerweise erwischt mich das NaNo-Fieber im Oktober, aber nun ja, öfter mal was Neues hält beweglich, nicht wahr?
Jedenfalls habe ich dieses Jahr merkwürdige Anwandlungen...
Zwei Projekte kämpfen massivst um den Platz als mein NaNo-Projekt und wollen nicht aufgeben. Und während ich noch versuche, zu entscheiden, welches ich nun nehme, kommt die Stimme des Wahnsinns und sagt, ich solle doch einen Doppel-Nano versuchen.
Und während ich noch versuche, diesem Anfall des Wahnsinns Herr zu werden, tritt mir eine Kopfbewohnerin entgegen, die schon sehr lange nicht mehr mit mir gesprochen hat.
Und wie das halt so abläuft, ist die Autorin selbst nicht vorbereitet auf solche Überfälle.
Es ging nämlich ungefähr folgendermaßen:

Hope Knight: "Guten Tag!"
Meine Wenigkeit (total verblüfft): "Hallo, ja wie, was führt dich hier her?"
Hope (grinst): "Geschäfte, wenn man es so nennen will! Ich habe gehört, du überlegst, dieses Jahr zwei NaNos zu schreiben!"
Ich: "Äh, also eigentlich versuche ich gerade, diesen Wahnsinn wieder loszuwerden! Ich kann mich halt gerade so schwer entscheiden!"
Hope (nickt verständnisvoll): "Sowas ist immer schwer!"
Ich (misstrauisch): "Warum interessiert dich das denn eigentlich so?"
Hope: "Wenn ich mich richtig erinnere, hast du gesagt, ich müsse mich mit meiner Geschichte gedulden, bis du mit der Anderswelt-Reihe fertig bist, war das so?"
Ich: "Ja!"
Hope: "Die Andersweltreihe hast du doch aber auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt!"
Ich (verlegen): "Äh, ja, mir kam was dazwischen! *nuschel*"
Hope: "Das ist ja nicht schlimm! Aber wenn du dir schon überlegst, Fiorenzas Geschichte im NaNo aufzuschreiben, hab ich wohl lang genug gewartet! Solltest du also zwei NaNos schreiben, ist ein Slot davon mein!"
Sprachs und verschwand wieder.
Und jetzt sitze ich da und versuche gleichzeitig die Idee von zwei NaNos wieder loszuwerden und außerdem zu entscheiden, was ich besser schreiben sollte. Aaaah! Hilfe!

Sep. 18th, 2013

Schreiberische News und so

Öfter mal was Neues denkt sich wohl auch meine Muse.
Jedenfalls hat mich beim Malen eine neue Prota überfallen. Die Geschichte hat weder Titel, noch Plot und von der Prota weiß ich gerade auch nur, dass sie Efharis heißt, gerne malt, die Tochter eines niedrigen Adeligen ist und wohl einen Teil ihres Lebens als Kriegerin verbracht hat.
Dürftige Infos, nicht?
Aber irgendwie habe ich völlig plan- und plotlos schon den Prolog und fast zwei Kapitel runtergetippt und dabei so wenig prokrastiniert, wie schon lange nicht mehr. Deshalb habe ich beschlossen, es laufen zu lassen, entweder bis November, oder bis ich in ein Plotloch falle, dann kann ich ja immer noch entweder den NaNo starten oder an meiner Bardengeschichte weitermachen. Ich habe keine Deadline einzuhalten, also gönne ich mir den Luxus.
Und ich scheine endlich mal wieder mein gesetztes Monatspensum einhalten zu können und nicht bei knapp der Hälfte zu scheitern. Ich bin nämlich jetzt wirklich gut in der Zeit mit meinem Output und es macht Spaß!
Und ich wollte doch einmal wieder zeigen, dass ich immer noch lebe!

Aug. 27th, 2013

Scheue Muse

Ich liege ganz still, im Halbschlaf auf meinem Bett und sehe unweit von mir eine Muse, die an dem zarten Gefelcht einer Formulierung webt. Ich sehe gleich, dass es eine von jenen seltenen GEschöpfen ist, die perfekte Formulierungen mitbringen.
Ich liege ganz still, um das scheue Geschöpf nicht zu verschrecken, denn eine einzige, unbedachte Bewegung wird nicht nur die Muse verscheuchen, sondern auch das feine Gespinst zerstören und die Fomulierung für immer vernichten.
Ich hebe ganz vorsichtig meine Hand, in der Hoffnung, dass die Muse das Gespinst auch um meine Hand spinnt, dass ich es in den Wachzustand mit hinüber nehmen kann.
Langsam nährt sich die Muse, ich kann die feinen Fäden schon sehen, die Formulierung hören und ich weiß, dass das ein Schmuckstück in meinem Geschriebenen werden kann - da zerreißt ein schriller Ton die Stille, ich zucke zusammen, das Gespinst zerreißt und die Muse flattert davon.
Ich bin wach und verfluche das blöde Telefon, das eben geklingelt hat.

Ehrlich, warum hat das Hirn keine Backup Funktion!

Aug. 25th, 2013

Denkzettel KW 34: Wenn der Frust anklopft - oder Wie man sich selbst den Kopf zurechtsetzt

Und wieder ein Blogpost, der mit einer Entschuldigung beginnt... Sorry für die lange Funkstille! Aber irgendwie war in letzter Zeit entweder zu viel los, oder ich hatte weder teilenswerte Gedanken, noch schreibtechnisch etwas zu berichten.

Nun aber zu dem, weswegen ich eigentlich hier schreibe.
Jeder von uns dürfte die Situation kennen, dass der Job nervt. Nervtötend langweilige Arbeit und man täte so viel lieber etwas Spannenderes, etwas, das mehr zurückgibt.
Ging mir erst Freitag so, dass ich im Lager zwischen den Regalreihen entlanggeschlurft bin und mich gefragt habe, wieso man so etwas Langweiliges überhaupt tun muss. Und dann habe ich mich plötzlich an mein FÖJ zurückerinnert. Die Arbeiten auf dem Hof konnten, je nachdem was zu machen war, auch stupide sein. Kartoffeln sortieren zum Beispiel. Aber da wurde ich immer mitgerissen von der Begeisterung, mit der die behinderten Menschen unter meiner Aufsicht ihre Arbeit taten und ich musste mir sagen, wenn diese Menschen an diesem Tag an meiner Stelle gewesen wären, sie wären stolz darauf gewesen, diese Arbeit zu tun. Sie hätten nämlich, und das nicht ganz zu Unrecht, gesagt: "Wenn ich nicht wäre, würden diese Bestellungen nicht rausgehen!"
So isses!
Und liebe Leser, das ist auch bei euch so! Wenn ihr eure Arbeit nicht machen würdet, wäre sie nicht gemacht!
Und ganz genau so ist es, wenn der Frust sich beim Schreiben bemerkbar macht. Wenn ihr die Geschichte nicht erzählen würdet, die ihr erzählt, dann würde sie unerzählt bleiben. Denn nein, niemand anders kann sie erzählen. Sonst wäre die Geschichte nicht zu euch gekommen.
Dieser Gedanke hilft übrigens auch gut gegen Schreibfrust!
Wenn es mal wieder hakt, ihr in euren eigenen Augen nur Schund erzählt und die Protas mal wieder zugeknöpft bis über die Nase sind, dann führt doch mal den Dialog mit ihnen, den ich vorgestern mit Awinita geführt habe.
Ich: "Du, sag mal, warum bist du denn zu mir gekommen?"
Awinita: "Äh ja, weil ich meine Geschichte demjenigen erzählen wollte, der auch Jaylenes Geschichte kennt..."
Ich: "Du wolltest mir also deine Geschichte erzählen?"
Awinita: "Ja."
Ich: "Warum tust du es dann nicht?"
Awinita: "Was nicht?"
Ich: "Du redest schon eine ganze Weile lang nicht mehr mit mir. Wenn du möchtest, dass deine Geschichte aufgeschrieben wird, dann musst du mit mir reden, sonst kann ich nichts aufschreiben!"
Awinita: "Hmm..." *wegguck*
Ich: "Awinita, ich meine es ernst! Du hast mir jetzt ungefähr die Hälfte deiner Geschichte erzählt. Wenn du wirklich willst, dass sie Seite an Seite mit der Geschichte Jaylenes in einem Buch steht, dann musst du schon mit mir reden. Ich bin hier immerhin diejenige, die Jaylenes Geschichte bereits aufgeschrieben hat! Ich bin demnach auch die Einzige, die deine Geschiche in dieses Manuskript reinschreiben kann!"
Und was soll ich sagen. Es hat funktioniert! Awinita redet mir mir.

Jul. 18th, 2013

Denkzettel KW 28: Man kann nicht alles haben!

Erst einmal ein dickes Sorry für die Verspätung. Irgendwie ist meine Muse über das Wochenende in Ferien gefahren und außerdem stecke ich bis über beide Ohren in Arbeit.

Ja, ich weiß, den Titel habt ihr oft gehört, werte Leser! Aber leider leiden viele Menschen unter genau dem. Ich will mich da nicht ausnehmen, ich gehöre genau so dazu.
So wie in den letzten Tagen. Ich habe viel gemalt, sogar ein Bild fertig bekommen, in dem viel Arbeit steckt. Und was ist? Ich bin nicht zufrieden, ich will mehr schreiben und überhaupt. Gestern musste ich mir doch mal selbst einen Tritt verpassen, um mich daran zu erinnern, dass Malen und Schreiben beides zeitaufwändige und fordernde Hobbies sind und damit nicht unbegrenzt gleichzeitig ausgeführt werden können.
Und als ich gestern Abend mit meiner Schwester einen Film geschaut habe, meinte diese, wie schade es doch sei, dass der Gentleman von früher ausgestorben sei. Sie wolle auch so gallant behandelt und mit Handkuss begrüßt werden.
Nun bin ich gemeinhin ein ziemlich unromanischer Mensch. Bei Liebesgedichten werde ich höchstwahrscheinlich eher stöhnend die Augen verdrehen, als schwärmerisch zu seufzen. Aber Ich versuche trotzdem den Standpunkt anderer Menschen zu verstehen. Und so überlegte ich mir: Würde ich so etwas auch wollen? Umworben werden usw., usf. Wenn ich mir ansehe, in welcher Zeit die Gentlemen der alten Schule herumlaufen, muss ich eindeutig sagen: Nein! In dieser Zeit hatte die Frau keinerlei Entscheidungsgewalt in der Familie, durfte ohne Erlaubnis ihres Mannes nicht berufstätig sein und galt gemeinhin nur dann als anständige Frau, wenn sie verheiratet war, bitte möglichst früh und bitte auch gesunde Kinder zur Welt brachte.
Mir bedeutet meine Entscheidungsfreiheit deutlich mehr, als irgendwelche Höflichkeiten, die das Ziel haben, mich ruhig zu halten.
Und außerdem ist da mal wieder etwas anderes. Ich will vor niemand knicksen müssen, genauso wenig, wie irgendjemand vor mir knicksen oder dienern muss. Ich bin ein Mensch und als solchen soll man mich behandeln und genau so will ich auch jeden anderen behandeln können. Nicht als Halbgott oder weiß Gott was.
Dieses "Ich will eine emanzipierte Frau sein, aber die Männer sollen mir gefälligst zu Füßen liegen und mich umschmeicheln", stört mich. Und nicht, weil ich nicht die Person bin, die gemeinhein die Schmeicheleien einheimst. Nicht einmal, weil mich das "Alles und gefälligst sofort" stört. Sondern weil ich mich durch solche Frauen auch wieder in die Postition einer Person gedrängt fühle, die doch wieder nur auf ihr Geschlecht reduziert wird. Ich bin ich. Ich bin zwar rein zufällig weiblich, aber das heißt nicht, dass mich das in irgend einer Weise definiert.
Dieses "Alles haben wollen" fällt mir aber teilweise auch sehr negativ bei manchen Filmen oder Büchern auf. Grundsätzlich sind die Helden und Heldinnen hübsch und können dann auch noch unheimlich viel und sind sooo romantisch und überhaupt. Muss das wirklich alles sein?
Kann der sozialphobische Nerd nicht auch eine interessante Persönlichkeit haben? Oder die chaotische Schussel im Zweifelsfall diejenige sein, die den kühlen Kopf bewahrt?
Und auch Beziehungen sind grundsätzlich von Anfang an perfekt, oder werden mindestens so dargestellt. Und das führt in meinen Augen dazu, dass z.B. bei Beziehungen mehr erwartet wird, als die normalen Menschen geben können. Das frustriert und sorgt für die ständige Bestrebtheit, perfekt zu sein. Ein Ziel, das natürlich nie jemand erreicht.
Also liebe Leser, wenn euch wieder einmal der Frust packt, dann fragt euch doch einfach mal, ob der nicht am Ende daraus resultiert, dass ihr zu viel auf einmal wolltet. Und wenn das der Fall ist, dann sagt euch, dass niemand alles haben kann und der Frust wird sich bald verziehen!

Jul. 7th, 2013

Denkzettel KW 27: Wenn man Umwege nimmt, oder: Viele Wege führen nach Rom

Vor ein paar Tagen überlegte ich, wann mir eigentlich die ursprüngliche Idee für das Projekt, an dem ich gerade arbeite, kam. Und im Rückblick fiel mir auf, auf welchen Umwegen ich zu dieser Idee kam.
Zeichnen wir den Weg, wie ich zu "Nachtigall und Falke" und damit zu meinen Barden und der Art zu erzählen kam, nach.
Ich las das Buch "Der siebte Schwan" von Lilach Mer und war begeistert. Ich wollte auch so märchenhaft und mit so wunderschöner Sprache erzählen können. Aber ich war mir sicher, dass ich niemals diese Meisterschaft über die Sprache erreichen würde.
Und so ließ ich diesen Wunsch einen Wunsch bleiben.
Ich bin ein großer Fan von Heather Alexander. Was ich aber von Alexander James Adams hörte, enttäuschte mich. Eines Tages entschied ich mich aber dazu, ihm noch einmal eine Chance zu geben. Und so stolperte ich in Youtubes Weiten über seine Band Tricky Pixie und verliebte mich in das Lied "Firebird's Child". Und über dieses Lied kam ich zu S.J. Tucker und war begeistert. Und während ich auf Youtube immer mehr von ihr durchhörte, stieß ich auf das Album "Solace & Sorrow" und verliebte mich in sämtliche der Texte. Ich bin bei Liedern ohnehin sehr textfokussiert. Und als ich das Album genauer ansah, sah ich, dass es inspiriert war, vom 2. Band von "Orphan's Tales" von Catherynne M. Valente. Und als ich in die Leseprobe auf Amazon hineinschnupperte, war für mich klar, dass ich diese Bücher würde lesen müssen. Naja und wie es dann so geht: Man liest, man verliebt sich in das Buch und KAWUMMS stand die Idee vor mir und plagte mich nachdrücklichst. Und ich gehorchte und schrieb. Mittlerweile bin ich bei Band 2 und noch genau so verliebt in meine Geschichte wie in Band 1.
Aber ohne meine Umwege in der Musik wäre ich niemals auf solche Ideen gekommen.
Genau so Umwege hat mein Berufswunsch genommen. Jahrelang wollte ich Tiermedizin studieren. Ich eierte von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob und versuchte, eine Ausbildung zu ergattern, um dann studieren zu können. Und selbst, als ich mich 2011 für ein FÖJ bewarb, hatte ich noch die Bonuspunkte für das Studium im Kopf, weniger die Orientierung auf etwas Neues. Da ich aber immer breite Tätigkeitsfelder möchte, bewarb ich mich auf einem Biolandhof, der zugleich eine Behindertenwerkstatt war und entdeckte meine Liebe zur Reittherapie. Und weil ich weiß, dass Tiermedizin für mich ein unrealistisches Ziel ist, wandte ich mich der Sozialen Arbeit zu. Ich liebe diesen Studiengang und während ich in der Schule eine faule Socke war, hat meine Motivation für das Studium mich noch nie im Stich gelassen. Dennoch bereue ich nicht einen der ganzen Umwege, die ich gegangen bin. Ich habe wertvolle Erfahrungen sammeln können und ich bin mir umso sicherer bei dem, was ich tue.
Und das bringt mich zu der eigentlichen Aussage meines Denkzettels. Wir sind irgendwie viel zu sehr auf den möglichst geraden, möglichst kurzen Weg konditioniert. Umwege sind schlecht, haben etwas von Plan B an sich und damit etwas von Versagen. Und wenn man einen gehen musste, gibt man das lieber nicht zu.
Dabei sind es doch gerade die Umwege, die einem neue Erfahrungen bescheren und einen damit weiterbringen. Die Umwege zeigen uns ganz neue Blickwinkel auf, die wir auf dem geraden Weg gar nie eingenommen hätten. Und damit wachsen wir doch gerade an den Umwegen!
Ich kann jedem nur raten, sich auf die Umwege einzulassen. Schreiberisch, wie auch privat oder beruflich. Es führen bekanntlich viele Wege nach Rom. Aber in meinen Augen ist nicht der Kürzeste, der Beste, sondern der Weg, auf dem man am meisten mitnimmt. Und wenn dieser Weg eben über Helsinki, oder Johannesburg führ, dann ist das gut so. Und selbst wenn man eigentlich in einem kleinen Dorf mehr oder minder direkt neben Rom startet, ist der Weg über Johannesburg unter Umständen trotzdem der Bessere. Also haltet die Augen offen und nehmt Umwege, wenn sie euch mehr bringen!

Jun. 30th, 2013

Denkzettel KW 26 Quod licet Iovi, non licet bovi - oder "Die gefährliche Jugend"

Jetzt ist dieses Sprichwort ja ein alter Zopf. Und dass die ältere Generation über die "heutige Jugend" schimpft, ist ebenso wenig etwas Neues. Und dass die "junge Generation" iin einem bestimmten Alter hren direkten Vorgängern häufig nicht besonders wohl gesonnen ist, ist genau so wenig etwas, das einen verwundern sollte. Aber in letzter Zeit fallen mir vermehrt Tendenzen auf, die mich teils verwundern, teils erschrecken.
Immer und immer wieder erlebe ich es, dass man vor meiner Generation regelrecht Angst zu haben scheint. Das fängt bei mir an der Hochschule an, dass es ein Studentenblog, der es sich einfach zur Aufgabe gemacht hatte, zu provozieren und auf diese Weise auf Dinge, die in den Augen der Blogger schief laufen, Wellen durch die ganze Hochschule schlägt, eine ganze Latte an Stellungnahmen nach sich zieht und Menschen zu Nervenzusammenbrüchen bringt, die kaum wirklich erwähnt wurden, sondern nur in einem Halbsatz gestreift werden. Vor einigen Jahren hätte man darüber gelacht. Wieso nimmt man das jetzt so ernst? Ist in der Vergangenheit so viel schiefgegangen, dass man Angst hat, dass meine Generation irgendwelche Kartenhäuser zum Einsturz bringt?
Dann ein weiteres Erlebnis, das mich etwas stutzig gemacht hat. Ich trainiere seit diesem Semester Langschwertfechten an der Uni. Und ich kann aus Erfahrung sagen, dass das Ganze eine sehr ruhige, unaufgeregte Sache ist. Jemand, der absolut keine Ahnung vom Kampfsport hat, würde sich beim Blick in jedes beliebige Karate-Dojo vermutlich deutlich mehr erschrecken, als beim Blick in unsere Unterrichtsstunden. Ich darf das sagen, ich habe selbst 8,5 Jahre lang Karate gemacht.
Doch es gibt an der Uni offenbar Dozenten, die versucht haben, zu verhindern, dass Schwertfechten angeboten wird. Warum? Weil sie ganz offenbar vor meinem Trainer, der selbst Studen ist, Angst haben. Was ich nicht begreife, warum.  Keiner von den Fechtern hat irgendwelche umstürzlerischen Ambitionen, für alle ist das einfach nur ein ganz normaler Kampfsport, ein Hobby...
Und weiterhin habe ich es erlebt, dass bei einer Spontandemo, eigentlich eher einem lautstarken Protest einiger Studenten gegen eine geplante Veranstaltung der Bundeswehr an meiner Hochschule, von einer Vertreterin der Hochschule die Polizei gerufen wurde, wegen angeblicher Randale. Die Randale bestand aus dem Benutzen von Trillerpfeifen, das es dem Redner unmöglich machte, zu reden. Öhm, damit muss ich als Redner vor Studenten gelegentlich rechnen, habe ich bisher gedacht...
Und wenn ich mir diese Dinge so anschaue, frage ich mich wirklich, was los ist. Ich bin weder sonderlich politisch interessiert, noch in irgend einer Weise radikal eingestellt, aber ich frage mich in der Tat, warum man vor einer Generation Angst haben muss, die objektiv (ja, ich habe genug Statistiken gesichtet) weniger trinkt, weniger kriminell ist und die ganz offensichtlich motivierter und innovativer ist, als manche Generation davor.
Ist in der Vergangenheit so viel schief gegangen, dass wir das nicht sehen sollen, oder ist das der Versuch, einer Entwicklung Einhalt zu gebieten, bei der sich mancher überrollt fühlt?
Und weiterhin frage ich mich, ob gewisse Trends in der Literatur, die mich erschrecken, weil sie einfach in meinen Augen ein Rückfall in Zeiten sind, die wir eigentlich hinter uns gelassen haben sollten, nicht auch daher rühren, dass man Angst vor der Entwicklung bekommen hat.
Diese "Weibchen" in der YA-Literatur entsprechen einem Frauenbild, das wir einmal gewaltsam außer Kraft setzen mussten... Und so sehr mich dieses Frauenbild aufregt, weil ich weder möchte, dass sich Mädchen damit identifizieren, noch dass die Jungen das erwarten, so frage ich mich doch, warum dieses Motiv überhaupt wieder auftaucht. Ist das vielleicht ein "früher war alles besser"?
Dass man bei mir an der Hochschule, um das Bachelor-Zeugnis zu kriegen, neuerdings auch ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen muss (WTF?), legt in meinen Augen irgendwie auch nahe, dass man Angst vor irgendwie vermeintlich vorhandener krimineller Energie hat. Ich verstehe nur nicht, wo diese Angst plötzlich herkommt.
Wer fühlt sich da denn bedroht? Und wem hilft es, wenn die alten Werte bleiben, wie sie sind?
Habt ihr irgend welche Vermutungen?

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